Zwei alte Trafostationen ersetzen die Stadtwerke in der Altstadt. Während in der Ochsenkopfstraße die Arbeiten abgeschlossen sind, wird am Wassertorturm noch gearbeitet. Rund 140 000 Euro investiert das Unternehmen. Unter anderem, weil Strom mittlerweile auch entsorgt werden muss.

Halberstadt l Die gelbe Kabelwarnfolie verschwindet unter dem Erdreich. Ralf Schmidt und Lothar Miethke sind ein eingespieltes Team. Es ist nicht die erste Transformatorenstation, an deren Aufbau die beiden im Auftrag der Halberstadtwerke mitarbeiten. Die Ochsenkopfstraße in der Altstadt war in den vergangenen Tagen ihr Einsatzort, dort haben die Stadtwerke eine alte Trafostation ab- und eine neue aufgebaut.

Aus zwei Gründen, wie Uwe Pommerenke, Netzmeister Strom bei den Stadtwerken, erläutert. Zum einen gelten neue Standards auch bei der Arbeitssicherheit. "In den neuen Stationen liegen die Zuleitungen nicht mehr offen, alles ist verkapselt", erklärt der Halberstädter, "das erhöht die Betriebssicherheit der Anlagen und macht das Arbeiten in den Stationen etwas sicherer und die Bedienung leichter", erklärt der Halberstädter.

Rund 140 Trafostationen verschiedener Größe haben die Mitarbeiter des regionalen Energiedienstleisters in den vergangenen Jahren im Stadtgebiet schon auf heute geltende elektrische Standards aufgerüstet. In diesem Jahr folgen zwei große Stationen in der Altstadt. Rund 140 000 Euro investieren die Stadtwerke dafür.

Der 1000-Kilowatt-Trafo in der Ochsenkopfstraße versorgt rund 500 Wohnungen mit Strom. Dank der Ringstruktur im Leitungsnetz übernahmen andere Stationen die Stromversorgung während der Bauarbeiten. "Die Kunden bekommen davon nichts mit", ergänzt Stadtwerkemitarbeiter Dirk Balzer.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund für die Modernisierung. Die aus dem Jahr 1978 stammenden Trafostationen sind nicht dafür ausgerüstet, Strom auch zu entsorgen. Mit der wachsenden Nutzung von Wind- und Sonnenenergie zur Stromerzeugung, müssen die regionalen Netze für die Aufnahme größerer Mengen Strom fit gemacht werden. Und auf Halberstädter Dächern finden sich zahlreiche kleine Sonnenkraftwerke. "An manchen Wochenenden übersteigt die hier erzeugte Strommenge bei weitem den Bedarf", berichtet Pommerenke, "das muss unser Mittelspannungsnetz verkraften können." Ebenso wie extreme Verbrauchsspitzen. "Der Klassiker ist der 25. Dezember, wenn alle Leute gleichzeitig ihre Enten in die Röhre schieben", ergänzt Dirk Balzer und muss schmunzeln. Und damit keine Ente ungebraten bleibt, wird kontinuierlich ins Leitungsnetz investiert.

 

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