Halberstadt l In die Ermittlungen rund um die ominösen Vorgänge im Umfeld eines Schulhortes in der Wilhelm-Trautewein-Straße in Halberstadt ist Bewegung gekommen. Nachdem die Volksstimme am Freitag darüber und über die Schwierigkeiten der Kriminalpolizei, Kontakt zur Mutter eines Achtjährigen zu bekommen, berichtet hatte, meldete sich die Frau am Freitagmorgen bei den Ermittlern.

"Die Frau war heute bei uns. Wir haben jetzt klare Ansatzpunkte rund um die Vorgänge", sagte Kripochef Eckhard Gluschke anschließend auf Anfrage. Zu Details wollte sich der Chefermittler der Harzer Kripo nicht äußern. "Dank der Hinweise und Aussagen kamen wir jedoch in verschiedenen Punkten voran."

Auslöser der polizeilichen Ermittlungen war eine vom Vater des Achtjährigen bei Facebook losgetretene Diskussion. Der Mann hatte am Dienstag davon berichtet, dass seine Frau und der Junge am Morgen auf dem Weg zum Hort von einem Mann verfolgt worden seien. Dort habe sich der Unbekannte dann angeboten, bis zur Öffnung der Einrichtung auf das Kind aufzupassen.

Das Problem für die Kripo: Während bei Facebook seit Dienstag eifrig über die Vorgänge debattiert wurde, blieben die Ermittler außen vor. Zwar reagierte die Polizei von sich aus mit verstärkter Präsenz an der Schule auf die Debatte im Netz. Der Mann oder dessen Partnerin wandten sich jedoch nicht an die Beamten.

Bei der Befragung der Frau am Freitag kamen nach Gluschkes Worten auch andere Fakten und Informationen auf den Tisch. So könnten nun beispielsweise Parallelen zu einem Mann, der dieser Tage im Umfeld einer nahen Kindereinrichtung Flyer verteilt hat, ausgeschlossen werden. "Hierbei handelte es sich ganz offenkundig um den Vertreter eines Kindertheaters, der nur Werbung für deren Auftritte machen wollte", sagte der Kriminaloberrat.