Es ist eine "Erfindung" der alten Römer - die Volkszählung. Von Mai bis Juni werden auch in Halberstadt tausende Bürger zu ihren Lebensumständen befragt.

Halberstadt. Ein unscheinbares Schild an der Wand. "Erhebungsstelle" steht darauf. Zwei Treppenstufen höher öffnet sich die Tür in einen kleinen Raum, nüchtern eingerichtet. Auch der Nachbarraum strahlt Sachlichkeit aus - kein Anzeichen dafür, dass man sich hier in einem gesondert gesicherten Raum befindet. Hier dürfen nur drei Leute rein, werden doch bald viele Daten der Halberstädter in ein extra aufgebautes Computersystem eingegeben werden. "Diese Rechner haben nichts mit dem Verwaltungsnetzwerk zu tun, die sind direkt mit dem Statistischen Landesamt verbunden", sagt Dieter Krone. Denn für den Zensus, die Volkszählung, wird ein kleiner Teil der Stadtverwaltung zu einer nachgeordneten Einrichtung des Landesamtes.

Hier wird Datenschutz besonders groß geschrieben, schließlich werden in den Erhebungsbögen 46 Fragen zu Person, Ausbildung, Beruf und vielem mehr gestellt. Diese Daten gehen, anonymisiert, an das Landesamt.

"In Halberstadt werden zwischen 4600 und 4800 Menschen befragt werden", schätzt Eckehard Monzien, der neben Dieter Krone für die Koordinierung der Volksbefragung den Hut aufhat. Rund zehn Prozent der Bevölkerung werden Besuch von den Interviewern bekommen, die ab April für ihre Aufgabe geschult werden. Dafür sucht die Stadt noch Freiwillige. "Für jede Befragung werden zwischen 2,50 und 7,50 Euro gezahlt, je nach Aufwand", berichtet Krone. Das Landesamt will den Kommunen dafür entsprechende Mittel bereitstellen.

Die Erhebungsbeauftragten, wie die Interviewer genannt werden, melden sich vorher in den Haushalten an und können sich dann zum vereinbarten Termin mit Dienst- und Personalausweis ausweisen. "Niemand klingelt an der Tür und will gleich Fragen beantwortet haben", betont Krone, "es geht immer nur nach einer Voranmeldung". Wer Fragen zur Rechtmäßigkeit der Befrager hat, kann sich in der Stadtverwaltung erkundigen. "Damit sind alle Beteiligten auf der sicheren Seite", so Krone. Die Erhebungsstelle in Halberstadt koordiniert auch die Befragungen in Orten der Einheitsgemeinde Huy und der Verbandsgemeinde Wegeleben. "Das werden nochmals rund 1500 Interviews sein", blickt Monzien voraus. Hier werde man bei den Interviewern aber zum Beispiel darauf achten, dass diese nicht Haushalte aus dem eigenen Wohnort aufsuchen. "Schon, um mögliches Misstrauen im Keim zu ersticken", erklärt Monzien.

Wer ausgewählt wird, muss Auskunft geben, so ist es im Gesetz festgeschrieben, bei Verweigerung könnten sogar Bußgelder verhängt werden. "Aber davon gehen wir erstmal nicht aus", sagt Dieter Krone. Wer befragt wird, entscheidet nicht die Stadt, sondern das Statistische Landesamt. Das Melderegister der Stadt ging bereits im September vergangenen Jahres an das Landesamt, Ende März werden die Daten noch einmal abgeglichen - wegen der Sterbefälle, Zu- und Wegzüge.

Wer als Interviewer helfen will, kann sich melden bei Dieter Krone, Telefon 55 10 10, oder bei Eckehard Monzien, Telefon 55 17 61, E-Mail an zensus@halberstadt.de