Halberstadt (geg). Es dauerte nicht lange, bis sich kurz nach der Geburt des Lamas "Schoko" am 23. Februar die ersten Tierfreunde um eine Patenschaft bemühten. Sieben Anfragen gab es insgesamt. Nach dem Motto "Wer zuerst kommt ..." wurde entschieden, so Michael Bussenius, der am Sonnabendvormittag den kleinen Linus Gebauer mit seiner Mutti im Halberstädter Tiergarten herzlich willkommen hieß.

Dieser Junge ist ihm kein Unbekannter, zählt er doch mit seinen zweieinviertel Jahren bereits zu den Stammbesuchern der Einrichtung. Linus war aufgeregt, durfte er doch mit Mutti und Großeltern das Gehege betreten, in dem das junge Lama, seine Mutter "Wuschel" und Tante "Söckchen" zuhause sind. Die erste Begegnung zwischen dem aufgrund seiner ungewöhnlichen schwarz-braunen Musterung "Schoko" genannten Tier und dem kleinen "Patenonkel" - beide waren wohl wegen ihres Alters etwas zurückhaltend - fiel sehr positiv aus.

Zur Übernahme der Patenschaft gehörte eine Taufe, die aufgrund der kühlen Temperaturen mit angewärmtem Wasser vollzogen wurde. Das ließ Betty Gebauer, den Sohn auf dem Arm, dem Lamajungen langsam über den Kopf laufen. Danach bekam der nun jüngste Pate zu Urkunde und Jahreskarte noch ein kleines Plüsch- lama zum Mitnehmen. Schon bald wird Linus wiederkommen in den Tiergarten, um die Tiere zu besuchen, insbesondere jedoch "Schoko". Der wird sicher schneller wachsen als er, doch dies wird der Kleine bald selbst feststellen können.

Im vergangenen Jahr wurde mit 254 Patenschaften ein Rekord erreicht. "Wir haben über die Jahre immer eine stete Steigerung zu verzeichnen", berichtet Michael Bussenius. Oft ziehe eine Patenschaft, über die berichtet wird, eine nächste nach sich. "Es freut uns, wenn die Menschen mit den Tieren eine solche Verbindung eingehen. Paten haben wir in allen Altersgruppen vom Junior Linus bis zur Seniorin mit über 90 Jahren, die seit 13 Jahren sieben Patenschaften pflegt."

Man könne immer wieder erleben, wie die Einzelpersonen, Familien, Vereine, Firmen, Schulklassen, Kindergarten- und Seniorengruppen den Kontakt zu ihren Patentieren pflegen, bei regelmäßigen Besuchen deren Entwicklung verfolgen und etwas über dieses Tier und seine zahlreichen Nachbarn erfahren möchten.