In der Faschingszeit "tanzen" am Bodestrand nicht nur die Karnevalisten auf Tischen und Bänken, sondern mittlerweile auch die "närrischen Weiber". Einem Vorschlag von Karnevalspräsident Udo Rösemann folgend, wurde im vergangenen Jahr erstmals Weiberfastnacht gefeiert. In diesem Jahr avancierten die Karten für die Party schon zum heiß begehrten Goldstaub.

Wegeleben. Am letzten Karnevalswochenende dieses Jahres erreichte auch im Bodestädtchen das närrische Treiben wieder seinen Höhepunkt. Nachdem KCW-Präsident Udo Rösemann im vorigen Jahr mit seinem geradezu mutigen Vorschlag, auch mal zur "Weiberfastnacht" an den Bodestrand einzuladen, zunächst auf eher skeptische Stimmen gestoßen war und der Saal im Schützenhaus beim Tanz der "närrischen Weiber" da nur gut halbvoll gefüllt war, war der Partytempel ob der holden Weiblichkeit diesmal brechend voll. "Unsere Weiber hatten nach dem Auftakt und dieser zweiten Veranstaltung derartig die Werbetrommel gerührt, dass die Fastnachtsparty schon Ende Dezember ausverkauft und die Tickets wie Goldstaub gehandelt wurden", schmunzelt der Chef-Obernarr des KCW augenzwinkernd.

Entsprechend zahlreich strömten die Damen kostümiert zu ihrer "Weiber-Mega-Fastnachtsparty". Weil der Fantasie beim Verkleiden keine Grenzen gesetzt waren, gaben die Frauen richtig Gas. Und weil allein Damen im Tempel sein dürfen, wenn Weiberfastnacht angesagt ist, hatte sich auch der Elferrat in Frauenkleider geworfen und marschierte auf die Bühne.

Die Freude der Kerle währte indes nur kurz, denn die närrischen Weiber zeigten den Männern, was ein wahrer Hexenbesen ist. Damit fegten die Karnevalsweiber den "männlichen Spuk" in Windeseile von der Bühne und präsentierten höchstselbst den wahrhaft fraulichen Weiber-Elferrat. Anführerin jener Hexenbande war mit sehr überzeugendem Auftritt Jutta Rösemann. Sie führte den gesamten Weiber-Abend über souverän durch die Veranstaltung und streute gekonnt immer wieder kleine Anekdoten ein.

Um die närrischen Weiber im Saal nach dem Auftritt des Prinzenpaares noch mehr außer Rand und Band geraten zu lassen, kamen die "Wigo-Weiber" und heizten dem Saal mit einigen Schunkelrunden ordentlich ein. Spätestens da war die Stimmung im Hexenkessel gänzlich auf dem Siedepunkt.

Die Tänze indes wurden in locker-humorvoller Weise von den Männern präsentiert. "Endlich tanzen sie mal nach unserer Pfeife!", raunte Oberhexe Rösemann und ließ - ganz zur Freude der Weiberbande -das Männerballett nebst Feuerwehr aufmarschieren.

Nach illustren Zwischeneinlagen, die die Frauenherzen höher hüpfen ließen, schwebten plötzlich weiß umhüllte Gespenster herein. Sie entpuppten sich als weiße Schwäne, die mit einem verliebten schwarzen Schwan eine Parodie auf den "Tanz der kleinen Schwäne" aus Tschaikowskis Schwanensee tanzten. Dahinter verbarg sich der Harsleber Spielleute-Chef Mike Müller mit seinen Mannen.

Der Gruseleffekt wurde noch verstärkt, als plötzlich eine Horde Affen den Saal überfiel und die Macht auf der Bühne übernahm. Das Männerballett dankte Trainerin Irmgard Eschig für 25 Jahre treue Dienste und harte "Dressur" mit einem Blumenstrauß.

Für das Training der Lachmuskeln waren schließlich die Büttenredner(innen) zuständig. Und die legten die Messlatte noch mal ordentlich hoch auf. "Elisabeth" (Udo Rösemann) berichtete über ihre Midlife Crisis und von den Träumen, schön knackig und faltenfrei zu sein. Stella und Fanny (Steven Eschig und Falk Hesse) plauderten über einen Ausflug zum "Ballermann" und einige erotische Abenteuer. Als Import reiste schließlich "Anneliese" (Mike Müller aus Harsleben) an und klagte über die Mängel der Männer - sie seien allesamt ein "Fehlgriff der Natur".

Für die musikalische Begleitung der Weiberparty war "Andrea" Cosmus mit seiner "Mädchenband" zuständig. Mit einem Dank an alle Mitwirkenden vor und hinter der Bühne trollte sich schließlich auch die Chefin der Hexenbande - in heller Vorfreude auf die Fastnacht 2012.

   

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