Halberstadt. Der Altaraufsatz aus Alabaster, der den Kalvarienberg - den Berg, auf dem Jesus gekreuzigt wurde - darstellt, gehört zu den Prunkstücken des Halberstädter Domschatzes. Vollkommen ist er aber erst seit Juni 2009. Damals konnte das lange Zeit verschollene Relief der "Würfelden Kriegersknechte", die sich um die Kleider von Jesus streiten, in das Zentrum des Kunstwerkes zurückgeführt werden. Der nun vollständige Kalvarienberg ist einer von weltweit nur zwei Altarwerken aus Alabaster, die noch erhalten sind.

Aus Anlass der Rückführung, die durch das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalts und die Kulturstiftung der Länder ermöglicht wurde, wurde eine Publikation in Angriff genommen, die sich mit dem Halberstädter Kalvarienberg aus aktueller historischer, kunsthistorischer und konservatorischer Sicht widmet.

Der frischgedruckte Band wurde nun am Montag im Kapitelsaal des Halberstädter Domschatzes präsentiert. Eben dort, wo der knapp zwei Meter hohe und etwa 550 Jahre alte Altar steht. Unter den Gästen war auch Kultusministerin Birgitta Wolff, die dem Buch "die nötige Rezeption in der Wissenschaft und Fachwelt" wünschte. Sie betonte bei der Gelegenheit, dass sie sich dafür einsetzen würde, dass "dieser unglaubliche Schatz" den Weg auf die Liste des Weltkultur- erbes finde.

Das Buch, dessen vollständiger Titel "Würfelnde Kriegsknechte aus dem Alabaster-Kalvarienberg Dom und Domschatz Halberstadt" heißt, beinhaltet neben fünf wissenschaftlichen Arbeiten - darunter eine vom ehemaligen Domkustos Jörg Richter - auch eine Vielzahl an farbigen Detailaufnahmen des Kunstwerkes. Es kann für 15 Euro im Domschatz, beim Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt und über die Kulturstiftung der Länder bezogen werden.

www. kulturstiftung.de