Benefizkonzerte in der Seinstedter Kirche zugunsten der Opfer von Naturkatastrophen haben gewissermaßen schon Tradition. Für die von Erdbeben und Tsunami in Japan Betroffenen spendeten begeisterte Besucher jetzt 1580 Euro. Mitgestaltet wurde das Konzert von Musikerinnen und Musikern aus Osterwieck.

Osterwieck/Seinstedt. Bereits zum dritten Mal organisierten Seinstedter Bürger in ihrer Kirche ein Benefiz-Konzert für Opfer von Naturkatastrophen. Nach der Hilfe für die Flutopfer in Pakistan und die Erdbebenopfer in Haiti 2010 fanden sich nun wieder zahlreiche engagierte Menschen zusammen, um den Betroffenen der Natur- und Atomkatastrophe in Japan zu helfen. Familie Wendt und die Pfarrerfamilie Pfeifer konnten mehr als 40 Sänger und Musiker aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt für ein anspruchsvolles Wohltätigkeitskonzert gewinnen. Rund 1600 Euro spendeten die Besucher am Ende des Konzertabends für die Opfer von Erdbeben und Tsunami in Japan.

Mehr als zwei Stunden hochkarätige Musik konnten die 160 Besucher am Sonntag in der kleinen Dorfkirche erleben. Berufs- und Hobby-Musiker im Alter von 9 bis 65 Jahren nahmen die Gäste mit auf eine musikalische Reise rund um die ganze Welt. So begrüßte der Chor "Miasobate" die Musikfreunde mit einem japanischen Kanon. Anschließend spielten Tatjana Waßmann, Tochter Anja (10) und Sohn Björn (9) mehrere Trios und Duette für Celli, einige eigens für dieses Konzert arrangiert.

Musikalische Reise rund um die Welt

Mit "Shosholoza Stimela" aus Südafrika setzte Chorleiter Michael Grosse die Mitglieder des Seinstedter Chores "Miasobate" im wahrsten Sinne des Wortes unter "Dampf". Man konnte bei diesem Lied, das von einer Eisenbahnfahrt in Afrika erzählt, das Schnaufen einer Dampflok förmlich spüren. Es folgten "Lo, I am with You" aus Schottland und mit "Aya ngena" ein weiteres, sehr rhythmisches und kraftvolles Musikstück aus Südafrika, bevor die Sängerinnen und Sänger mit "Posakala mila mama" ein bulgarisches Volkslied im Sieben-Achtel-Takt tanzend präsentierten. Sanfte Töne kamen dann von der Orgelempore. Anja Klußmann (Orgel) und Ehemann Uwe (Querflöte) verzauberten mit dem Hit "Over the Rainbow". Noemi (12) und Anouk Zimnik (11), nach drei Jahren in Bolivien kürzlich nach Rhoden zurückgekehrt, zeigten auf der Geige beachtliches Können und konnten später auch das Lied "Llamado soy de Dios" akzentfrei auf Spanisch singen.

Dann lud Pfarrerin Doris Pfeifer erst einmal alle Musiker und Gäste zu einem kleinen Imbiss auf den Pfarrhof ein. Schon dort füllten sich die Spendentöpfe und als am Ende Kassensturz gemacht wurde, zählten die Veranstalter 1580 Euro Reinerlös für die Hilfsorganisation der Diakonie. "Das Geld wird zu 100 Prozent den Betroffenen im Katastrophengebiet in Japan zugute kommen", versicherte Pfarrerin Doris Pfeifer. Mit einem selbst komponierten Stück "An der Reling" und einem Stück aus "Herr der Ringe" eröffnete Moritz Wendt, der extra aus Göttingen angereist war, die zweite Konzerthälfte, unterstützt von Michael Grosse (Gitarre) und Tobias Pfeifer. (Trompete/Gesang). Mit "Bless the Lord" stellte sich der Chor "KlangVoll" aus Wolfenbüttel vor, unterstützt von zwei Seinstedter Bass-Stimmen. Alle Chöre präsentierten gemeinsam dann "Thula" aus Swaziland und "Take, O take me as I am" aus Schottland. Uwe und Anja Klußmann (Tenorsaxofon/Keyboard) setzten dann noch einmal Akzente mit Bearbeitungen des Walzers Nr. 2 von Dimitri Schostakowisch und des Gospels "He\'s Got the Whole World", bevor der Chor "Miasobate", in dem auch Osterwiecker Bürger mitsingen, mit "Une soif emplit mon âme" aus Frankreich und "Freedom is coming" noch einmal große Klasse unter Beweis stellten. Nach einem Gebet für die Betroffenen in Japan ging der Konzertabend mit dem japanischen "Tanabata-Song" zu Ende, der von den Anwesenden gemeinsam gesungen wurde.