Die Minusgrade sind Geschichte, die Frühlingsblumen angepflanzt und die Sonne lacht. Es ist Zeit für den Frühjahrsputz. Auch in der Stadt Halberstadt wird heute mit dem großen Aufräumen begonnen. Die Halberstädter Volksstimme sprach gestern mit Oberbürgermeister Andreas Henke über die schlimmsten "Dreckecken" in der Stadt.

Halberstadt. Manchmal ist die Stadt machtlos. Bei starken Verunreinigungen auf Privatgrundstücken zum Beispiel. Mehrere Volksstimme-Leser teilten die Meinung, dass das Gelände rund um die Braunschweiger Straße 41 eine der schlimmsten Dreck- ecken der Stadt ist. "Als Stadt haben wir nur dann die Möglichkeit einzugreifen, wenn von einem Privatgrundstück Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht", informiert Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke. Und dies sei keine Auslegungssache. Bei starker Vermüllung müsse man prüfen, ob beispielsweise Ratten dort ihr Unwesen treiben. "Wir können nur den Eigentümer auffordern und gegebenfalls eine Ersatzräumung anordnen", so Henke. Diese müsse aber zunächst auch die Stadt finanzieren.

Aber auch dort, wo die Stadt als Eigentümerin in der Pflicht ist, gestaltet es sich nicht einfach mit der Reinigung. Viele Halberstädter machten die Volksstimme beispielsweise auf die Freiflächen in der sogenannten "Grünen Mitte" und auf dem Gelände der ehemaligen Friedenschule samt Mühlengraben an der Promenade aufmerksam. Henke: "Wir haben einfach nicht die personellen Ressourcen, um solche Flächen ohne Nutzung in einen wöchentlichen oder 14-tägigen Reinigungsturnus mitaufzunehmen."

Für den Oberbürgermeister sind die Dreckecken ein Ärgernis. Dass viele Menschen ihren Müll achtlos wegschmeißen, kann er nicht verstehen. "Was ist das für eine Unkultur. Ich kann das nicht nachvollziehen." Man dürfe aber bei Fragen der Zuständigkeit nicht immer nur auf die Verwaltung zeigen. "Es ist auch die Bürgerschaft gefragt, an der einen oder anderen Stelle etwas weniger Gleichgültigkeit an den Tag zu legen", so der Oberbürgermeister.

Dass sich viele Leser bei der Volksstimme meldeten und Dreckecken benannten, freut Henke dennoch. "Ich finde gut, dass die Bürger kritisch sind, das zeigt ja auch ihre Verbundenheit zu der Stadt."

"Das Bild einer Stadt prägt doch nicht nur die Architektur, sondern in erster Linie, wie sauber sie ist. Ordnung und Sauberkeit stehen an erster Stelle, nur so kann man sich in einer Stadt wohlfühlen", so Andreas Henke abschließend. Er hofft, dass in den nächsten Tagen des Frühjahrsputzes viele Halberstädter mitanpacken, so dass viele bei der Volksstimme gemeldete Dreckecken möglichst bald verschwinden.