Zur Reparatur von Winterschäden auf den kommunalen Straßen hat die Stadt Halberstadt Fördermittel aus dem Schlaglochprogramm erhalten. Allerdings viel weniger als beantragt.

Halberstadt. Ein paar Tage Sonne und Wärme reichen wohl nicht aus, um den schneereichen und kalten Winter zu vergessen. Zumindest was seine Hinterlassenschaften anbelangt. Dafür reicht auch kein Frühjahrsputz. Unzählige Schlaglöcher tun sich auf den Straßen der Kreisstadt auf. Die müssen beseitigt werden. In den zurückliegenden Wochen gab es bereits harsche Bürgerkritik. Doch Reparatur ist schneller gesagt, als getan, zumal die Stadt klamm ist und für große Sanierungsprojekte praktisch keinen Euro übrig hat.

Aus diesem Grund hat man im Rathaus den Versuch gestartet, ein Fördermittelprogramm des Bundes anzuzapfen. Die Rede ist vom sogenannten Schlaglochprogramm, aus dem der Landkreis Harz insgesamt 1,38 Millionen Euro erhält. Der Anteil der Stadt Halberstadt beläuft sich auf 50 000 Euro, wie kürzlich während der Tagung des Stadtentwicklungsausschusses informierte wurde. Danach stehen für die Schuhstraße 37 300 Euro und für die Puschkinstraße 12 700 Euro zur Verfügung. Beantragt waren allerdings 160 000 Euro. "Damit können wir zwar die Probleme in den beiden Straßen beheben, allerdings nicht die in der Stadt", sagte Jens Klaus, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, während der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. Klaus kritisierte die Art der Fördermittelzuweisungen "nach dem Gießkannen-Prinzip".

Rausgeflogen aus dem Programm sind unter anderem die Schützenstraße und die Böhnshausener Straße im gleichnamigen Ortsteil. Beide Straßen stehen zwar auch auf einer Reserveliste des Landkreises Harz - auf der Reparaturmaßnahmen in Höhe von 2,7 Millionen Euro ausgewiesen sind. Ob das Geld irgendwann auch bereitsstehen wird, ist allerdings mehr als unklar.

Eine weitere Schwerpunktstraße, der man ansieht, dass sie seit Jahren nur geflickt wird, ist die Gleimstraße. Eine Straße von Bedeutung. Immerhin gehört sie zum vielgepriesenen Stadtring in Halberstadt, der die Innenstadt vom Verkehr entlasten soll. Jedoch kann keine Rede davon sein, dass die Gleimstraße zu den attraktiven Straßen der Kreisstadt gehört, die die Kraftfahrer zum Benutzen verleitet. Sie ist ein Flickenteppich und ein Sinnbild für die Haushaltslage der Stadt. In den zurückliegenden Jahren wurden bis zu 18 000 Euro nur für Schlaglochreparaturen ausgegeben. Wollte man alle Schäden vernünftig beseitigen, wären allein für die Gleimstraße etwa 240 000 Euro notwendig.

Für die Gleimstraße besteht allerdings Hoffnung, so Manfred Wegener, Abteilungsleiter Tiefbau. Sie steht seit vielen Jahren auf der Sanierungsliste. "Vielleicht können wir 2012 mit dem grundhaften Ausbau beginnen."