Der Verein "Blankenburg hilft Tschernobyl" blickt in diesem Frühjahr auf 18 Jahre engagierte Arbeit zurück. Hauptanliegen der Mitstreiter um Vereinschef Mirko Gent ist es, strahlengeschädigten Kindern aus Weißrussland unbeschwerte Urlaubstage im Harz zu ermöglichen. Der 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und die aktuellen Ereignisse in Japan rücken den engagierten Verein wieder mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Wir stellen seine Arbeit in einer dreiteiligen Serie vor.

Blankenburg. Der Verein "Blankenburg hilft Tschernobyl" möchte an ein trauriges Jubiläum erinnern. Vor 25 Jahren kam es bei einem Versuch im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine zur Katastrophe. Riesige Mengen Radioaktivität wurden in die Umwelt abgegeben. Die größte Menge verseuchte auch weite Gebiete von Belarus.

Das war der Anlass für einige Blankenburger im Jahre 1993 strahlengeschädigte Kinder zur Erholung einzuladen. 15 Kinder gehörten zur ersten Gruppe, die nach Blankenburg kam. Das war alles noch etwas umständlich, da keine Organisationsform bestand und keine Erfahrungen über den Umgang mit den Tschernobylkindern vorlagen. Die damalige Stadtverordnete Anna Maria Rensner engagierte sich und erwirkte die aktive Mitarbeit der Stadtverwaltung, die zwei Mitarbeiter abstellte und Kosten übernahm.

In Auswertung des Aufenthalts und getragen vom festen Willen, die Kinder wieder einzuladen, wurde der Verein "Blankenburg hilft Tschernobyl" gegründet. Im Laufe der Jahre wurden viele Erfahrungen in der humanitären Arbeit gesammelt. Transport und Aufenthalt wurden immer perfekter in der Organisation. Die Unterstützung durch Sponsoren führte zu einer planmäßigen Arbeit.

"Beeindruckend war immer die Herzlichkeit"

Seit 1995 fuhren Vereinsmitglieder mit einem Bus der Wernigeröder Verkehrsbetriebe bis Pinsk, um die Gastkinder vor Ort abzuholen. Es war der erfahrene Busfahrer Hermann Blume, der die Gruppe mehrere Jahre ruhig und besonnen transportierte. Das war auch gut so, denn insbesondere an den Grenzübergängen war Geduld erforderlich.

Ein beeindruckendes Erlebnis war sicher die Erkenntnis, dass in der ehemaligen Sowjetunion nicht alles so vorbildlich war, wie man es uns in der DDR immer darstellte. Insbesondere das Leben in den Dörfern von Belarus unterschied sich gravierend von dem bei uns.

Mit einem Verein, der an Krebs erkrankte Kinder und deren Familien betreute, entwickelte sich eine gute Zusammenarbeit. In der Kreisstadt Pinsk hatte man separate Wohnblöcke errichtet, in denen Familien mit strahlengeschädigten Kindern wohnten.

In den Jahren gab es auch viele Gastelternfahrten nach Belarus. Die Menschen, die hier bei uns Kinder zur Erholung aufnahmen, konnten sich vor Ort mit eigenen Augen von den Lebensbedingungen der Kinder überzeugen. Beeindruckend war immer die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Weißrussen, mit der sie aufgenommen wurden. Und so gab es viele Erlebnisse, die die Gasteltern wohl nie vergessen werden.

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