So langsam packt nicht nur Fußballfans das Aufstiegsfieber. Die erste Mannschaft vom VfB Germania schnuppert Regionalliga-Luft. Gelingt der Aufstieg, muss das Stadion höheren Ansprüchen genügen, deshalb bestimmen zurzeit Bagger das Bild am Stadionrund.

Halberstadt. Stück um Stück fressen sich die Bagger in den Wall. Dort, wo einst der Sprecherturm stand, wo die Tribüne Zuschauern Sitzplätze bot, klafft eine riesige Lücke. Die Bagger schaffen Baufreiheit, bald werden sie sich noch tiefer ins Erdreich graben. Damit ist nun deutlich sichtbar: Der geplante Umbau des Stadions kommt tatsächlich.

Seit mehr als zehn Jahren bemühen sich Verantwortliche von Verein und Stadt um diesen Umbau (Volksstimme berichtete). Mit rund 5,5 Millionen Euro sollte das im Jahr 1927 angelegte Areal auf einen heute üblichen Standard gehoben werden. Doch die Fördermittelanträge scheiterten. Anders als in Magdeburg und Halle, wo das Land sehr großzügig Stadionneu- und -umbauten förderte, gab es für die Halberstädter keine Unterstützung. "Als Ende vergangenen Jahres klar wurde, dass wir wieder vergebens gehofft hatten, haben wir uns entschieden, das Projekt selbst zu finanzieren" sagt Dietz Kagelmann, Geschäftsführer der Nosa. Allerdings war klar, dass es dann ein Umbau für weniger Geld werden muss. "Gemeinsam mit dem Verein haben wir das Projekt auf für uns finanzierbare Maße geschrumpft", berichtet Kagelmann.

Dabei hoffen alle Beteiligten auf eine Befreiung von einer Auflage des DFB, die auch in der Regionalliga Flutlichtanlagen fordert. Doch der DFB ist wohl nur noch für ein Jahr für die Regionalliga zuständig, dann sollen die Landesverbände die Verantwortung übernehmen. "Auch wenn ich unseren Jungs viele Fernsehauftritte wünsche, so häufig sind TV-Übertragungen aus dieser Liga nicht, dass Flutlicht zwingend notwendig wäre", sagt Kagelmann. Und verweist darauf, dass das Stadion nicht auf der Grünen Wiese steht, sondern mitten in einem Wohngebiet. "Die Lichtmasten müssten hinter der Laufbahn stehen, deshalb sehr hoch werden. Aber wir wollen den Anwohnern nicht die Schlafzimmer ausleuchten." Also will man auf Flutlicht verzichten. Und was, wenn die Lichtanlage doch kommen muss? "Dann wird es schwierig, wir müssen sehen, was dann bautechnisch geht."

Nicht gespart wird an sicherheitsrelevanten Forderungen. So gibt es separate Zugänge für anreisende Fans der Gastspielmannschaft, am Zugang steht bereits ein Sanitärcontainer, ein Gastronomiecontainer wird folgen. Die Fankurven an der Ostseite des Stadionrunds sind zudem mit Zäunen gesichert. 1800 Plätze bieten dort beide Stehblocks. Auf der Westseite wird es rund 1700 Steh- und über 500 überdachte Sitzplätze geben.

Die Nosa, die das Stadion von der Stadt im Erbbaupachtvertrag übertragen bekommen hat, hat schon rund 500 000 Euro für den Umbau ausgegeben. Die Hauptinvestition von zwei Millionen Euro fließt in den Neubau des Funktionsgebäudes und der zum Teil überdachten Tribünen. "Hier würden wir gerne Tribünen aus einem Stück haben, damit uns nicht wieder etwas wegrutschen kann wie im vergangenen Jahr. Und wir hoffen, dass der Auftrag dafür in Halberstadt bleibt", erläutert Kagelmann.

Weil man im vergangenen Jahr feststellte, dass der Baugrund nicht sicher ist, werden auch die Tribünen auf ein Betonfundament gestellt, so wie das neue, dreigeschossige Funktionsgebäude mit Umkleidekabinen, Gastronomie, Sprecherzimmer und Pressekabine.

Bis ins erste Obergeschoss wird ein Fahrstuhl fahren, schließlich soll der Neubau behindertengerecht sein. Das gilt auch für den Tunnel, der die Nebenplätze mit dem Hauptplatz verbinden soll. "Wir wollen nach dem Umbau eine deutliche Verbesserung für behinderte Besucher und den Behindertensport haben", sagt Kagelmann, der zugeich bedauert, dass man zurzeit allen Sportlern große Probleme durch die Bauarbeiten bereite. "Aber", so der Nosa-Chef, "ich bin optimistisch, dass wir in einem Jahr Sportveranstaltungen in einem tollen Stadion erleben können."