Lange haben viele Halberstädter auf diese Nachricht gewartet: Im kommenden Jahr soll mit der Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Holtemme in der Ortslage begonnen werden.

Halberstadt. Der Winter hat die Stadt seit Wochen fest im Griff. Eines steht jedoch heute schon fest, irgendwann taut die weiße Pracht wieder weg. Wenn das schnell passiert und auch noch von Niederschlägen begleitet wird, geht bei den Anwohnern im direkten Umfeld der Holtemme jedesmal die Angst um. Der meist friedliche Wasserlauf verwandelt sich dann in eine Bedrohung für die Menschen. In den vergangenen Jahren ist der Fluss mehrmals über die Ufer getreten, hat Häuser und Grundstücke überflutet. Mit Schrecken denken viele Halberstädter noch an das Jahrhunderthochwasser 1994. Damals hatten die Wassermassen der Holtemme einen Deich an der Mahndorfer Straße zum Bersten gebracht. Der Schaden ging in die Hunderttausende. Seitdem verstummen nicht die Forderungen nach einer Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Holtemme.

Die Planungen liegen schon seit Jahren auf dem Tisch des Landesbaubetriebes Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt. Bislang gab es nur kein Geld für deren Umsetzung. Das soll sich im neuen Jahr ändern, wie auf Nachfrage der Halberstädter Volksstimme die Behörde bestätigte.

"Die Mitarbeiter des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, Flussbereich Halberstadt, haben ein komplexes Hochwasserschutzprogramm geplant und im Genehmigungsverfahren auch bestätigt bekommen", wie Gerald Müller vom betreuenden Ingenieurbüro aus Quedlinburg bestätigte. Danach soll in den kommenden Wochen der Startschuss für die Umsetzung des Hochwasserschutzes an der Holtemme im Bereich Halberstadt fallen. Die im ersten Bauabschnitt geplanten Maßnahmen reichen vom Brückenum und –neubau über den Abriss eines Wehres, Dammerhöhungen bis hin zur Errichtung von Schutzwänden.

"Die Bäume müssen gefällt werden, um die Hochwasserschutzmaßnahmen baulich überhaupt umsetzen zu können"

Der Hochwasserschutz wurde in mehrere zu realisierende Objekte unterteilt und nachdem das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist, konnten die ersten Projekte bereits beauftragt werden. Diese umfassen den Abriss des Rabahnewehres und den Neubau einer Fußgängerbrücke, die Errichtung eines Leitdammes oberhalb des Rabahnewehres, die Errichtung von Hochwasserschutzwänden am Sportplatz der Gröpertorschule und auf dem Gelände der Gärtnerei Glücksklee, die Verlagerung der Holtemme oberhalb des Rabahnewehres und das Fällen von Bäumen sowie Ersatzpflanzungen. "Die Bäume müssen gefällt werden, um die Hochwasserschutzmaßnahmen baulich überhaupt umsetzen zu können. Die Rodungsarbeiten wurden auf ein Minimum reduziert und mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt", betont Müller. Der Landesbaubetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft habe erhebliche Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen beauftragt, die mit als erste Maßnahmen verwirklicht werden. Die Baumfällarbeiten werden im Januar/Februar 2011 stattfinden. Insgesamt sollen etwa 820 000 Euro für die Umsetzung dieser ersten Maßnahmen investiert werden, wie Dietmar Bode, Bereichsleiter vom Landesbaubetrieb Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, Flussbereich Halberstadt, auf Nachfrage der Halberstädter Volksstimme informierte.

Mit dem Baubeginn 2011 wird jedoch nur ein erster Schritt zur Verbesserung des Hochwasserschutzes im Bereich Halberstadt verwirklicht. "Zeitgleich werden die weiteren Bauabschnitte im Bereich Mahndorfer Straße und Sternstraße bis Braunschweiger Straße vorbereitet und direkt im Anschluss bis spätestens 2013 realisiert", so Bode. 2012 sollen dann unter anderem der linksseitige Ausbau des Holtemmedeiches entlang der Mahndorfer Straße erfolgen, die dafür angehoben werden soll.