Die Sonne macht\'s möglich: Wegen der milden Witterung laufen die Ausbauarbeiten am Mittellandkanal derzeit einfach weiter. Die ursprünglich geplante Winterpause fällt damit aus - zumindest vorläufig.

Haldensleben l "Wir arbeiten im Moment praktisch durch", bestätigt Bauleiter Ralf Hammecke von der ausführenden Firma Strabag Wasserbau. Laut Karl-Heinz Wiese, Sachbereichsleiter Wasserstraßenbauwesen beim Wasserstraßen-Neubauamt Helmstedt, müssen "derartige Baustellen meist aufgrund des Winters ein bis zwei Monate ruhen". Das könne auch immer noch kommen. Doch im Moment herrscht am Mittellandkanal emsige Betriebsamkeit.

"Wir bereiten derzeit die Wasserarbeiten vor", so Ralf Hammecke. "Dafür liefern wir Geräte aus anderen Teilen Deutschlands an und bauen sie vor Ort zusammen." Schon jetzt seien die ersten Pontons eingetroffen. Ab Mitte nächster Woche seien mit ihrer Hilfe schwimmende Bagger auf dem Kanal unterwegs. Diese sollen unter anderem die Fundamente der alten Eisenbahnbrücke entfernen.

Darüber hinaus laufen laut Karl-Heinz Wiese bereits die Vorbereitungen für den Stahlbau. "Die bereits vorhandene Spundwand auf der Südseite wird verankert werden. Die Herstellung der Probeanker ist als nächstes im Bauprogramm. Der Einbau der endgültigen Anker wird sich anschließen", erklärt der Sachbereichsleiter. Auf der Nordseite des Kanals wird die Beseitigung der alten Streckenspundwand vorbereitet. Bis zur Installation der neuen Spundwand werden laut Bauplan aber noch einige Monate vergehen.

Bisher wurden auf beiden Seiten des Kanals vor allem die Böschungen gerodet. Bäume und Sträucher sind verschwunden. Darüber hinaus wurde ein Grundwasserbeobachtungsnetz eingerichtet.

Die Ausbauarbeiten haben im Oktober letzten Jahres begonnen und werden voraussichtlich bis zum Herbst 2015 andauern. Ziel ist es, den Mittellandkanal auch im Bereich Haldensleben für größere Schiffe befahrbar zu machen. "Als einer der letzten Ausbauabschnitte der Osthaltung des Mittellandkanals wird auch dieser Bereich für leistungsfähige Großmotorgüterschiffe bis 110 Meter Länge und Schubverbände bis 185 Meter Länge mit einer Breite bis 11,45 Meter und einem Tiefgang von 2,80Meter aufgeweitet", erklärt Karl-Heinz Wiese vom Wasserstraßen-Neubauamt.

Das bedeutet konkret: Der Mittellandkanal wird nicht nur auf 4 Meter vertief. Er wird auch von aktuell etwa 33 Metern auf 42 Meter verbreitert. Die Kosten dafür liegen nach derzeitigen Schätzungen bei etwa 28 Millionen Euro.

Laut Karl-Heinz Wiese müssen die Arbeiter mehrere Hunderttausend Kubikmeter Erde bewegen. Auf beiden Seiten des Kanals sollen etwa zweieinhalb Kilometer Spundwand verbaut werden.