Viele Menschen in der Region sind verärgert, dass sich der Weiterbau der Autobahn A14 in Richtung Dolle durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes weiter verzögert. Der Umweltverband BUND hatte geklagt. Thomas Schlenker vom Bördekreisvorstand der Bündnisgrünen verteidigt die Klage des BUND.

Dolle l "Die permanenten Vorwürfe und Verurteilungen des BUND von Seiten der unionsnahen Landes- und Kommunalpolitiker halte ich für unerträglich", schreibt Thomas Schlenker in einer Pressemitteilung des Kreisvorstandes seiner Partei.

Der BUND decke seit Jahren die Missstände einer "schlampigen und oberflächlichen Planung der A14" auf, die von allen bisherigen CDU-Verkehrsministern zu verantworten sei, so Schlenker. "Die Bürgerinnen und Bürger entlang der A14-Trasse werden dem BUND eines Tages dankbar sein, dass er sich als anerkannter Umweltverband nachhaltig für den Lärmschutz der Anwohner eingesetzt hat", vermutet der Politiker.

Das neuerliche Gerichtsurteil zeige vor allem, dass es keine koordinierte Zusammenarbeit zwischen den allesamt von der Union geführten Landes- und Bundesverkehrsministerium sowie dem Bundesverteidigungsministerium gibt. "Um ihre eigenen strukturellen Mankos zu verschleiern wird der BUND daher von der Union öffentlich zum Feindbild erklärt. Der Hinweis, dass der Nabu konstruktiv an der Planung der A 14 mitwirkt, klingt in diesem Zusammenhang eher lächerlich. Offenkundig führt ja auch die Mitarbeit des Nabu nicht dazu, dass die Belange des Lärm- und Naturschutzes von den Planern im Ministerium im ausreichenden Maße berücksichtigt werden."

"Die A14 führt durch eine der sensibelsten und bisher unberührtesten Landschaftsregionen "

Am Ende bleibe also nur der Rechtsweg, schlussfolgert Thomas Schlenker. "Die A 14-Trasse führt durch eine der sensibelsten und bisher unberührtesten Landschaftsregionen in Europa. Sie durchschneidet praktisch einen zusammenhängenden Natur- und Landschaftsraum brutal in zwei Teile. Deshalb ist es auch berechtigt, höchste Anforderungen an die Lärmschutz- und Naturschutzqualität einer solchen Trasse zu stellen."

Schlenker bezeichnet den A14-Lückenschluss aus volkswirtschaftlicher Sicht als ein unsinniges Projekt und beruft sich dabei auf Berichte der Politmagazine "Monitor" und "Frontal 21". "Die A 38 ist das beste Beispiel dafür, dass eine Autobahn einer Region keinen wirtschaftlichen Vorteil bringt. Unbestritten ist, dass Touristen zukünftig schneller an der Ostsee sind. Diesen Effekt hätte aber auch ein drei- oder vierspuriger Ausbau der Bundestraße 189 gebracht, der kostengünstiger schon längst abgeschlossen wäre", schreibt Thomas Schlenker weiter.

Vor allem die Tourismusbranche in der Börde und in der Altmark werde allerdings unter diesem Effekt schwer zu leiden haben, wenn die Touristen perspektivisch ohne Zwischenstopp auf direktem Weg zur Ostsee an der Börde und der Altmark vorbeirasen, sagt Schlenker voraus.