Rätzlingen (aro) l Der Vorbau der Trauerhalle wurde vor gut einem Jahr feierlich seiner Bestimmung übergeben. "Es waren noch einige Restarbeiten notwendig. Wir hatten noch finanzielle Mittel übrig, einen sogenannten Haushaltsausgaberest. Wir konnten von dem Geld 45 Stühle für die Trauerhalle kaufen", beschrieb Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens (parteilos) beim Neujahrsempfang des Ortes.

Vor mehr als drei Jahren - im Juli 2009 - gründete sich eine Bürgerinitiative, die es sich zur Aufgabe machte, für die viel zu kleine und alte Trauerhalle aus dem Jahr 1949 eine Alternative zu schaffen. Schon 2008 gab es die ersten Gespräche zwischen der damals noch eigenständigen Gemeinde und der Kirche, um Eigentumsfragen zu klären. Damals sollte es nur ein Wetterschutz werden. Nur durch das Engagement vieler Rätzlinger konnte es gelingen, das Vorhaben weiter zu entwickeln und voranzutreiben.

Die Mitglieder der Initiative "Trauerhalle Rätzlingen" hatten damals Spenden gesammelt. Einheimische Handwerksbetriebe verzichteten auf die Bezahlung ihrer Leistungen. Behrens rechnete die Leistungen der ortsansässigen Betriebe auf: "Es waren insgesamt über 309 Stunden. Mit einem Satz von 30 Euro pro Stunde ergibt das eine Summe von 9270 Euro. Dazu kommen noch die Spenden von 11371 Euro. Dann sind das 20641 Euro. Das kann sich sehen lassen." Dieses Geld habe die "öffentliche Hand" gespart. Geld für die Baukosten für die noch verbleibenden Arbeiten und für das Material hatte die Stadt Oebisfelde-Weferlingen in Höhe von 36000 Euro bereitgestellt.

Neu gemalert wurde auch der Fußboden der Friedhofskapelle. Rüdiger Otto, Ernst-Heinrich Sommermeier und Norbert Sierig, alle drei rüstige Rentner des Ortes, hatten den alten Betonfußboden in einen lindgrauen Farbton gestrichen. Die Farbe hatte die Gemeinde gekauft.

Dringend erneuert werden müssen vom Restgeld auch noch die Fenster der alten Kapelle. "Sobald die Wetterlage es zulässt, werden die Fenster eingesetzt", sagte Behrens. Er zog zufrieden Bilanz: "Es war eine große Leistung, die in den letzten zwei bis drei Jahren erbracht wurde. Was wir an Spenden gesammelt und was unsere Firmen geleistet haben, war beeindruckend. Nur mit diesen Initiativen haben wir den Anbau verwirklichen können."