In der Hohen Börde hat es bereits sehr gut geklappt, nun soll das Erfolgsmodell Ehrenamtsdrehscheibe auf weitere Regionen im Landkreis Börde ausgeweitet werden. Gestern haben die vier Koordinatoren ihre Arbeit aufgenommen. Ziel ist es, ehrenamtliches Engagement in den Vereinen zu unterstützen.

Landkreis Börde l Stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Vereine in der Region zu haben und bei Fragen zu Themen wie Nachwuchsgewinnung oder Finanzierung beratend zur Seite stehen, das ist die Aufgabe der neu ins Leben gerufenen Engagement-Drehscheibe des Landkreises Börde. Gestern haben die vier Koordinatoren ihre Arbeit offiziell aufgenommen. Julia Tecklenborg hat bereits ein Jahr Erfahrung in diesem Amt gesammelt. Als Koordinatorin hat sie die Ehrenamts-Drehscheibe der Hohen Börde mit aufgebaut und betreut. Und dort hat sie gute Erfahrungen gemacht. Nun wird das Erfolgsmodell aus Irxleben auf Haldensleben, Barleben und die Niedere Börde ausgeweitet.

Unter dem Dach des Landkreises sollen die Koordinatoren gemeinsam mit jeweils fünf sogenannten Lotsen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, um ehrenamtliches Engagement zu stärken. Für Uwe Lummitsch von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in Sachsen-Anhalt ist die Ehrenamtsdrehscheibe im Landkreis Börde ein Glücksfall.

"Das ist einzigartig in Sachsen-Anhalt."

Uwe Lummitsch, Landesarbeits- gemeinschaft Freiwilligenagenturen

"Das ist einzigartig in Sachsen-Anhalt", sagt Lummitsch. Bisher gäbe es zwar viele Freiwilligenagenturen, aber die wurden stets von Vereinen selbst ins Leben gerufen. So hätten beispielsweise Volkssolidarität oder Deutsches Rotes Kreuz Freiwilligenagenturen aufgebaut. "Dass der Landkreis und die Bürgermeister selbst auf uns zugekommen sind, um ein solches Vorhaben umzusetzen, ist einzigartig. Das gibt es nirgend woanders", schwärmt Lummitsch. Er unterstützt die Gründung der Drehscheibe, hilft den Koordinatoren sozusagen, Laufen zu lernen.

Damit die vier Koordinatoren noch besser in den einzelnen Vereinen vernetzt werden, suchen sie noch sogenannte Ehrenamts-Lotsen, die bestenfalls aus den Vereinen selbst kommen. "Denn die kennen die Bedürfnisse am besten", so Lummitsch. Wer sich für eine solche ehrenamtliche Aufgabe interessiert, kann sich bei Julia Tecklenborg melden.

"Unsere Aufgabe ist es, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen", sagt Julia Tecklenborg. Aus ihrer Erfahrung in der Hohen Börde nennt sie ein Beispiel: "Viele Vereine haben sich einen professionellen Internetauftritt gewünscht. Nun haben wir einen entsprechenden Workshop ins Leben gerufen."

Und dass die Koordinatoren wissen, welche Bedürfnisse Vereine haben, lässt sich an ihrem eigenen Werdegang ablesen. Nils Markwart, der künftig für den Bereich Barleben zuständig sein wird, arbeitet beim Mehrgenerationenzentrum in Barleben. "Da brauchen wir viele Ehrenamtliche. Von daher passt das sehr gut zusammen", so Markwart. Ähnlich ist es bei Carola Wolff. Sie ist schon seit Jahren bei der freiwilligen Feuerwehr aktiv. Die Gemeindejugendwartin der Niederen Börde weiß, wo der Schuh drückt. Und Stephanie Hopf, künftig als Koordinatorin in Haldensleben im Einsatz, hat ihre Erfahrungen beim Kinder- und Jugendtelefon gesammelt. "Die Idee, die Vereine so zu unterstützen, ist hervorragend. Deswegen habe ich mich für diese Aufgabe entschieden", sagt sie.

Die vier Koordinatoren freuen sich, dass jetzt der Startschuss gefallen ist. In den nächsten Wochen heißt es dann für sie Kontakte knüpfen und mit Ehrenamtlichen in der Börde ins Gespräch kommen. Uwe Lummitsch ist sich jedenfalls schon jetzt sicher: "Die Hohe Börde hat genügend Drehkraft für die ganze Börde gegeben."

Kontakt: Julia Tecklenborg, Telefon 039204/290 132, E-Mail tecklenborg@hohe-boerde.de