Die nächste Bürgermeisterwahl zeichnet sich am Horizont ab. Mit Fabian Damerau steht der erste Kandidat fest. 2015 will der 27-jährige parteilose Haldensleber Verwaltungschef werden. Mit der Volksstimme sprach er über seine Pläne für die Zukunft der Stadt.

Haldensleben l "Ich wurde in Haldensleben geboren und lebe seither hier. Dadurch fühle ich mich mit der Stadt sehr verbunden", erklärt Fabian Damerau. Bekannt ist der 27-Jährige unter anderem als Mitorganisator der Blade Night und Pressesprecher des gemeinnützigen Vereins "Wir für euch". "Es war schon immer ein Traum von mir, Bürgermeister werden", sagt Damerau. Nun macht er damit Ernst: Als erster Kandidat hat er sich für die Bürgermeisterwahl 2015 gemeldet. "Ich war sehr nervös, aber ich bereue es kein Stück. Ich weiß, worauf ich mich eingelassen habe", zeigt sich der 27-Jährige zuversichtlich.

Derzeit macht Fabian Damerau als gelernter Einzelhandelskaufmann eine Umschulung zum Erzieher. Seit mehr als einem Jahr liest er sich außerdem in das Thema Verwaltungsarbeit ein. Praktische Erfahrung in Sachen Verwaltung hat Damerau nicht, lässt sich aber dadurch nicht entmutigen: "Mit dann 28 Jahren stehe ich genauso vor den Problemen wie ein 40-Jähriger. Es kommt vor allem darauf an, wie man sie angeht. Im End- effekt muss sich jeder erst einmal in das Amt einarbeiten." Für Tipps hat Fabian Damerau Kontakt mit Michael Salomo aufgenommen - der ist Bürgermeister der kurpfälzischen Kleinstadt Haßmersheim und mit 25 Jahren Deutschlands jüngster Bürgermeister.

Vor den Leistungen des amtierenden Haldensleber Bürgermeisters zeigt Damerau Achtung: "Ich habe großen Respekt vor der Arbeit, die Norbert Eichler geleistet hat. Aber wegen seines Alters kann er eben nicht noch einmal kandidieren." Für eine bestimmte Partei möchte Fabian Dame- rau nicht kandidieren: "Ich will meine eigenen Ideen ausleben." Und davon hat der 27-Jährige eine Menge. So möchte er die Belebung der Innenstadt vorantreiben. Dafür wünscht sich Damerau eine stärkere Kooperation von Stadt und Händlern. "Wir müssen gemeinsam Ideen sammeln, wie wir das Zentrum attraktiver machen können."

Großen Wert legt Damerau auch auf eine zielgerichtete Förderung der Jugend: "Wir brauchen eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen mit dem Ziel, Jugendliche vor Ort zu halten." Denkbar sei auch Unterstützung bei der Wohnungssuche. "Das ist oft nicht einfach", so Damerau. "Viele arbeiten hier, leben aber außerhalb." Gleichzeitig wolle er aber auch die Sorgen älterer Bürger nicht aus dem Blick verlieren.

Zu den Plänen des Kandidaten zählt darüber hinaus ein Fest der Vereine, bei dem sich diese präsentieren könnten. Gleichzeitig solle dadurch der Kontakt zwischen den Vereinen ausgebaut werden.

"Natürlich kann man von heute auf morgen nicht alles umreißen. Es ist ja auch nicht alles schlecht", so Damerau. Doch auf den geplanten Tunnelbau an der Bahnstrecke würde er verzichten. "Mit unterer Innenstadt, dem Süplinger Berg und Althaldensleben würde man die Stadt dadurch in drei Stücke teilen." Außerdem stellt er die grundsätzliche Notwendigkeit des Tunnels in Frage: "Wenn Haldensleben eine vernünftige Umgehung hat, suchen sich die Lkw einen anderen Weg", sagt Dame- rau. Anders sieht es mit der Ortsumgehung von Wedringen aus: "Die muss sein", bekräftigt der Bürgermeister-Kandidat.

Besonders am Herzen liegt Fabian Damerau die Bürgernähe. "Anregungen und Kritik nehme ich jederzeit gern entgegen. Sie helfen mir, diesen Weg zu gehen", so der 27-Jährige. Erreichbar ist er unter anderem über die Internet-Plattform Facebook. Viele hätten ihm bereits zu seinem Mut gratuliert, andere hätten sein geringes Alter bemängelt. "Aber ich weiß, dass ich es schaffen kann", zeigt sich Damerau kämpferisch.