Beim Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck hinterlassen: Das trainierten gestern die Neuntklässler der Niederndodeleber Wartbergschule beim großen Bewerbertag. Ihre Trainer waren echte Personalchefs und Ausbilder aus echten Unternehmen.

Niederndodeleben l Das Lächeln siegt über die Anspannung. Freundlich hört sich Frances Rückert die Tipps und Hinweise von der anderen Seite des Tisches an. Das Bewerbungsgespräch mit Mareen Barteit und Dennis Riechmann von der Personalabteilung des Zielitzer K+S Kaliwerkes neigt sich dem Ende. Frances hat dem Personal-Duett von ihren Praktika erzählt, von ihrem Werdegang, von der Schule und davon, worauf sie später Lust im Berufsleben hätte. Chemikantin oder Apothekerin kann sich die 15-Jährige vorstellen. In einem guten halben Jahr beginnen die echten Bewerbungen. Dann wird es ernst.

"Sie sollten mehr von Ihren Stärken berichten", empfiehlt Mareen Barteit nach dem Testgespräch. "Und informieren Sie sich mehr über den Ausbildungsbetrieb und das Ausbildungsprofil. Unternehmen wollen wissen, ob der Bewerber weiß, was er will", rät Dennis Riechmann.

Rekord bei den beteiligten Ausbildungsbetrieben

Praxisnahe Bewerbungsgespräche haben gestern Vormittag alle Neuntklässler der Niederndodeleber Wartberg-Sekundarschule erlebt. Seit Jahren bereiten die Berufsberatungslehrerin der Wartbergschule Heidegund Suckfiel und Alrun Tech, Berufsberaterin von der Bundesagentur für Arbeit, den großen Bewerbertag für die neunten Klassen an der Wartbergschule vor. Schule und Agentur stehen seit Jahren in engem Kontakt.

Personal-Chefs, Werksleiter und Geschäftsführer lokaler Firmen kamen persönlich vorbei und trainierten das Bewerbungsgespräch in Echtzeit. Mit dabei waren unter anderem Firmenvertreter von Energieversorgern, aus Restaurants, Landwirtschaftsbetrieben, Krankenhäusern und Supermärkten. Auch das Personalamt der Gemeinde Hohe Börde testete die Schüler auf Herz und Nieren. Insgesamt waren elf Firmen vertreten. Rekord für den Niederndodeleber Bewerbertag.

Das Rüstzeug haben die Schüler im Deutsch- und Wirtschaftskunde-Unterricht bekommen. Sie haben Bewerbungsschreiben verfasst und Gesprächsabläufe verinnerlicht. Die Neuntklässler haben mit ihrer Berufsberaterin das Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit besucht. Ab der zehnten Klasse empfängt Alrun Tech die Wartbergschüler ein Mal im Montag zum Sprechtag. Zusätzlich bietet das Ganztagsschulkonzept der Wartbergschule ein Mal in der Woche den Fakultativkurs "Berufsberatung" an. "Dabei sprechen wir über Interessen und Neigungen jedes einzelnen Schülers, bereden Inhalte von Bewerbungsschreiben, trainieren Vorstellungsgespräche und versuchen uns in Online-Bewerbungen", erläutert Heidegund Suckfiel.

Mit Noten, Wissen und Selbstbewusstsein überzeugen

Für den großen Test-Tag hatten ihrer Schützlinge komplette Bewerbungsmappen zusammengestellt. Daran gab es seitens der Personalchefs kaum etwas zu meckern. An der Sprachkompetenz und an der inhaltlichen Vorbereitung sollten die meisten Bewerber noch etwas feilen. Besonders die Vorbereitung auf das jeweilige Profil der möglichen Ausbildungsfirma und die Begründung des eigenen Berufswunsches sind Felder, die weiter beackert und selbstbewusst vorgetragen werden sollten. Und: Die Noten spielen nach wie vor eine entscheidende Rolle. Ein halbes Jahr lang ist noch Zeit. Mit den Abschlusszeugnissen der neunten Klasse werden sich die meisten Wartbergschüler um einen Ausbildungsplatz bewerben. Seit gestern wissen sie, wo nachgelegt werden muss - im Unterricht und im bald anstehenden ersten echten Bewerbungsgespräch.