Gut gerüstet sieht sich die Gemeinde für den Besuch einer internationalen Jury für den Europäischen Dorferneuerungspreis (EDEP) nach einer Konferenz in Breslau. Dort hatte eine Delegation der Hohen Börde einen Vorbereitungs-Workshop besucht.

HoheBörde/Breslau l Im polnischen Breslau hat die Europäische Arbeitsgemeinschaft (ARGE) für Landesentwicklung und Dorferneuerung über die geplante Rundreise der international besetzten Jury im Frühjahr informiert. "Ein konkreter Termin steht noch nicht fest, der soll demnächst in Bozen festgelegt werden", erklärte Bürgermeisterin Steffi Trittel nach der Rückkehr. In Breslau hatten sich zehn der 29 Bewerber-Orte über den Ablauf und das Programm der geplanten Dorfbesichtigungen informiert.

Alle Einwohner sind zum Jury-Gespräch eingeladen

Die Hohe Börde war neben der Bürgermeisterin vertreten durch Klaus Ehlers (Vorsitzender des Kulturausschusses), Albrecht von Bodenhausen (Landwirt und Gemeinderat), Kay Brüggemann (Landwirt), Mathias Tullner (Historiker und sachkundiger Bürger im Kulturausschuss), Ulrich Körber (Vorsitzender des Seniorenbeirates der Gemeinde) und Bauamtsleiter Rüdiger Schmidt.

"Der Besuch der ARGE-Jury in der Hohen Börde wird etwa vier Stunden dauern. In der ersten Stunde können wir unsere Gemeinde vorstellen und unsere Bewerbung erläutern", erklärte die Bürgermeisterin. Nach einer zweistündigen Bereisung einiger Ortschaften der Gemeinde mit der Besich- tigung von Beispielprojekten endet der Besuch mit einem einstündigen Gespräch zwischen der Jury und Vertretern und Bewohnern der Hohen Börde. "Dazu sind alle interessierten Bürger ausdrücklich eingeladen. Wo dieser öffentlicher Austausch stattfinden wird, wissen wir noch nicht. Wir werden das rechzeitig bekannt geben, sobald der Termin fest steht", sagte Trittel.

Der Europäische Dorferneuerungspreis wird alle zwei Jahre durch die ARGE ausgelobt. 2014 heißt das Wettbewerbsmotto "Besser Leben". Sachsen-Anhalt hat die Hohe Börde für den diesjährigen EDEP nominiert. 2004 konnte mit Ummendorf bereits eine Kommune aus Sachsen-Anhalt den Preis erringen, als dritte deutsche Kommune überhaupt.

Preisverleihung im Sommer in Vals in der Schweiz

Im Fokus der Jury stehen vor allem Anstrengungen der Bewerber, eine dauerhafte und sichtbare ländliche Entwicklung mit Hilfe regionaler Partnerschaften und Aktionen anzukurbeln. Kriterien dabei sind unter anderem die Stärkung der Identität der Einwohner mit ihrer dörflichen Heimat, der Erhalt und der Ausbau standortgerechter Erwerbsmöglichkeiten, die Einbindung der Landwirtschaft, die Schaffung und Belebung regionaler Wirtschaftskreisläufe sowie die ökologische Ver- und entsorgung. Erwin Pröll, der Vorsitzende der ARGE erklärte in Breslau: "Die Entwicklung von Dörfern und ländlichen Re- gionen kann längst nicht mehr auf die Landwirtschaft reduziert werden, sondern reicht erheblich weiter. Wir müssen uns mit der ganzheitlichen Dimension auseinandersetzen und die großen Herausforderungen in Angriff nehmen, mit denen sich unsere Gesellschaft konfrontiert sieht."

Ihre Bewerbungsunterlagen hatte die Gemeinde im Februar abgegeben. Der Gewinner des EDEP 2014 wird im Sommer im schweizerischen Vals bekanntgegeben.