Die kleine Stauanlage bei Keindorf funktioniert nicht mehr. Die Anlage dient eigentlich dazu, den Feuerlöschteich, der bisher noch Wasser hat, im Ernstfall aufzufüllen. Zur Gewährleistung des Brandschutzes in Keindorf soll nun ein Tiefbrunnen für etwa 15000 Euro errichtet werden.

Etingen/Keindorf l Was wird aus der Stauanlage bei Keindorf? Darüber debattierten die Mitglieder des Etinger Ortschaftsrates bei ihrer jüngsten Sitzung. Im Rahmen der vom Landkreis regelmäßig durchgeführten Gewässerschauen wurde festgestellt, dass die Stauanlage südwestlich von Keindorf, Ortsteil von Etingen, nicht mehr funktionstüchtig ist. Der Teich führt zur Zeit ohne Staufunktion der Anlage, die Eigentum der Stadt Oebisfelde-Weferlingen ist, ausreichend Wasser. Dies würde durch turnusmäßige Sichtungen überwacht werden.

Doch was passiert, wenn es in Keindorf wirklich mal brennen sollte und große Wassermengen benötigt werden? Der Ortsteil liegt etwa zwei Kilometer von Etingen entfernt. Ältere Bewohner von Etingen können sich noch gut erinnern, dass der Teich damals nach einem großen Scheunenbrand angelegt wurde.

Der Sachverhalt zum Erhalt der Stauanlage wurde bereits im Ortschaftsrat Etingen und im Bau- und Vergabeausschuss im Jahre 2010 erörtert. Damals sprachen sich die Etinger für den Erhaltung der Stauanlage aus.

"Der Sachverhalt stellt sich heute aber wie folgt dar: Die Untere Wasserbehörde drängt auf eine abschließende Klärung", erklärte Etingens Ortsbürgermeister Wolfgang Kapps (parteilos). Sollte die Stauanlage wieder instand gesetzt werden, wäre eine wasserrechtliche Erlaubnis vonnöten. Damit würden umfangreiche Sanierungskosten anfallen. Der öffentliche Bedarf der Anlage sei ausschließlich als Feuerlöschteich für den Ortsteil Keindorf zuzuschreiben.

"Zur Klärung der Problematik wird seitens des Bauamtes empfohlen, die nicht mehr funktionstüchtige Stauanlage zurückzubauen und zur Löschwasserversorgung im Ortsteil Keindorf einen Saugbrunnen zu errichten", informierte Kapps. Ortsrat Fritz Riecke gab zu denken, dass es in Keindorf nicht einfach werden könnte, einen Tiefbrunnen zu bohren. Da das Wasser sehr tief im Erdreich liege. "Solange kein funktionierender Tiefbrunnen vorhanden ist, müsste die Anlage erhalten bleiben. Was ist, wenn es brennt?", fragte Riecke. "Wenn die Feuerwehr im Ernstfall den Teich leerpumpt, würde sicher auch jetzt nicht mehr genügend Wasser nachlaufen. Wenn die Stadt bereit ist, den Brunnen zu bauen, dann sollten wir das Angebot annehmen", meinte Ortsrat Frank Widdecke (parteilos). "Bevor sie die Anlage wegreißen, müsste man untersuchen, ob die Variante mit dem Brunnen überhaupt funktioniert", sagte Riecke. "Ein Tiefbrunnen wäre für den Brandschutz besser. Es ist aber aus Erfahrung fraglich, ob so ein Brunnen genügend Wasser gibt. Deshalb sollte die Anlage erst einmal bleiben", sagte auch Ortsrat Hendrik Scharf (CDU).

Seitens des Ordnungsamtes werden für die Errichtung eines Saugbrunnens etwa 15000 Euro erforderlich sein. "Nach Angaben des zuständigen Unterhaltungsverbandes würden die Rückbaukosten der Anlage etwa 1500 Euro betragen", sagte Kapps.

Die Etinger einigten sich, dass sie der Errichtung des Saugbrunnens zustimmen. Die Stauanlage sollte aber erst zurückgebaut werden, wenn die Löschwasserversorgung garantiert ist.

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