Gleiche Standards der Kinderbetreuung soll zukünftig ein Qualitätsmanagement an allen kommunalen Kitas der Hohen Börde durchsetzen. Die Vielfalt und Besonderheiten der Kitas sollen darunter nicht leiden.

HoheBörde l Das neue Kinderfördergesetz verpflichtet alle Kita-Träger, in ihren Horten und Kitas Qualitätssysteme einzuführen. Die Gemeinde Hohe Börde ist Träger von zwölf Kindertageseinrichtungen und eines eigenständigen Hortes. Sie gehört zu den ersten Kita-Trägern im Land, die sich umfangreich mit einem Kita-Qualitätsmanagement auseinandersetzen.

Daran arbeitet seit Januar ein Qualitätszirkel. Dazu gehören fünf Kita-Leiterinnen (allesamt freiwillig), die für das Qualitätsmanagement zuständige Rathausmitarbeiterin Katja Salomon, Vertreter des Gemeinde-Elternbeirates und Bildungsreferent und Coach Andreas Giersch. Giersch hatte bereits in den Kitas der Hohen Börde das Kita-Bildungsprogramm "Bildung elementar" vertieft.

Das Qualitätsmanagement baut nun darauf auf. Grundlage der Arbeit des Qualitätszirkels ist der "Nationale Kriterienkatalog", der auf Initiative des Bundesfamilienministeriums entwickelt worden ist.

Der Katalog enthält stolze 23 Qualitätsbereiche - von der Tagesgestaltung über das Fantasie- und Rollenspiel bis zum Thema Leitung - und ist Orientierungshilfe für eine umfassend und konzeptübergreifende systematische Qualitätsentwicklung und - sicherung in Betreuungseinrichtungen für Kinder bis sechs Jahren.

In einer ersten Phase bis Mitte 2015 untersucht der Zirkel mit Hilfe des "Nationalen Kriterienkatalogs" den Ist-Zustand, die Praxis der Kinderbetreuung in jeder kommunalen Kita der Hohen Börde.

Einheitliche Formalitäten

"Aufbauend auf der Analyse der bisher geleisteten hohen qualitativen Arbeit der jeweiligen Kindertageseinrichtungen, wird das Qualitätsmanagement eingeführt, das dann die weitere Arbeit auf diesem Niveau absichern und weitergestalten soll", erklärte Giersch. Ein zu erarbeitender Leitfaden in Form eines Handbuches soll Grundlagen der Kinderbetreuung für alle Kitas festlegen. Das heißt nicht, dass die individuellen Besonderheiten der Kitas "rasiert", sondern Formalitäten vereinheitlicht werden. Es geht darum, Standards für alle Kitas festzuschreiben, an die sich die Einrichtungen zu halten haben. Spielraum für die Berücksichtigung der konkreten Bedingungen vor Ort soll es weiterhin geben.

Das Qualitätsmanagement soll unter anderem regeln: Welches Beschwerdemanagement gilt? Was ist bei der - weiterhin individuell möglichen - Raumgestaltung einzuhalten? Welche Grundzüge kennzeichnen die Übergangsphase von der Kita in die Grundschule? Welche Vertretungsregeln gibt es? Wie stellen sich die Kitas dem Thema Inklusion (Integration behinderter Kinder in den Kita-Alltag/d.Red.)? Auch Fragen wie die Gründung von Kinderparlamenten in allen Kitas oder die Strukturierung der Eingewöhnungsphase sollen Gegenstand des Qualitätshandbuchs sein.

"Damit bekennt sich die Gemeinde Hohe Börde zur hohen Qualität von Bildungsprozessen in ihren Kindertageseinrichtungen", erklärte Katja Salomon und ergänzte: "Aufgrund des Umfangs der einzelnen Prozesse gehen wir davon aus, dass die Einführung und Umsetzung des Qualitätsmanagementsystems ein Prozess ist, der die Gemeinde einige Jahre begleiten wird."