Den Gefechten zwischen napoleonischen und preußischen Truppen zusehen, Zeuge einer Plünderung sein oder mit der Postkutsche fahren, das alles und noch viel mehr wird vom 2. bis 4. Mai in Althaldensleben und Hundisburg möglich.

Althaldensleben/Hundisburg l Keine vier Wochen mehr und Schloss Hundisburg gleicht einem Heerlager, gerade so wie vor 200 Jahren, als General Tauentzien sein Lager hier aufgeschlagen hatte als Bastion zum Schutz vor den napoleonischen Truppen, die Magdeburg besetzt hielten. Möglichst authentisch soll am ersten Mai-Wochenende die Zeit vor zwei Jahrhunderten nach- erlebbar werden. Dazu werden Mitglieder militärhistorischer Vereine aus ganz Deutschland anrücken.

Morgen wird der Chef des militärhistorischen Vereins aus Warschau nach Haldensleben kommen, um letzte Absprachen für die Szenen zu treffen, die für das Wochenende geplant werden. Der pol- nische Verein gestaltet alljährlich in der Region von Ciechanow, der Partnerstadt von Haldensleben, ähnliche Veranstaltungen. Der Verein will mit 25 Leuten am hiesigen Fest "Krieg und Frieden" mitwirken.

Nach diesen Absprachen wird Renate Schmidt, Leiterin des Kulturamts der Stadtverwaltung, auch wissen, wieviel aktive und passive Statisten am Freitagabend in Althaldensleben gebraucht werden, wenn polnische und französische Truppen von der Bevölkerung Lebensmittel fordern werden. Um Hühner, Enten und Kartoffeln wird es dann beispielsweise gehen. Bürger - natürlich in historischen Kostümen - werden von den Soldaten drangsaliert, preußische Truppen werden ihnen zu Hilfe kommen.

Mitglieder des Städtepartnerschaftsvereins und der Schützengilde haben sich bereit erklärt, in Kostüme aus der damaligen Zeit zu schlüpfen und mitzuspielen, freut sich Renate Schmidt. Sie hofft, dass sich noch mehr Interessenten melden. "Und wir brauchen noch Hühner und Enten", bittet sie weiter um Unterstützung, denn die Szenen sollen echt wirken.

Wer sich selbst noch als Statist beteiligen will oder Geflügel zur Verfügung stellen kann, wird gebeten, sich bei ihr zu melden. Sie ist im Rathaus telefonisch unter 03904/47 93 31 zu erreichen.

Der Helmstedter Partnerschaftsverein will an dem Freitag mit Gästen aus der französischen Partnerstadt Vitré ebenfalls nach Haldensleben kommen. Sie werden sich auch zum abschließenden Lagerfeuer gesellen, an dem gemeinsam ganz zwanglos gesungen werden soll. Sänger aus Haldensleben und Umgebung sind dazu ebenfalls eingeladen. Und auch eine Trommlergruppe aus Rogätz.

Der Sonnabend wird der Haupttag für die militärischen Aktionen auf Schloss Hundisburg sein. Viele Szenen sind zu betrachten, auch der damalige Schlossbesitzer Johann Gottlob Nathusius ist in Aktion zu erleben. Er hatte am 1. Mai 1814 ein Friedensfest ausgerichtet, als der Frieden mit den napoleonischen Truppen geschlossen war.

Am Sonnabend und Sonntag wird auf dem Schlossgelände zudem ein großer Biedermeiermarkt aufgebaut sein. Dazu gehört Handwerk aus der damaligen Zeit. Wer Lust hat, kann an dem Wochenende auch eine Fahrt mit einer historischen Postkutsche unternehmen. Diese Postkutsche ist nämlich der Nachbau einer englischen Mail Coach aus dem Jahr 1806, also durchaus zeitgemäß.