Haldensleben l Er versteht sich als Singer-Songwriter, hat gerade seine zweite CD mit ausschließlich eigenen Songs produziert, doch auf die großen Bühnen dieser Welt zieht ihn nichts. Das kleine Technik- paket und die Cajon lassen sich problemlos auf einem zweirädrigen Gestell unterbringen. Den Gitarrenkasten nimmt er in die Hand. So kann Daniel Stryczek problemlos seine Auftrittsorte erreichen. Am liebsten ist er unterwegs auf Straßenkunstfestivals bis nach Italien. "Das ist ein tolles Pflaster, verdient wird nur so auf Hut", erzählt er. Der 37-Jährige liebt die Atmosphäre auf diesen "Konzertbühnen", er mag das Ursprüngliche. Straßenmusik bestimmt mehr als die Hälfte seines Lebens.

Der gebürtige Haldensleber, der in Hamburg lebt, begann nach Abitur und Zivildienst Ethnologie, also Völkerkunde, zu studieren. Besonders interessierten ihn die Völker im Südwesten Afrikas. Und dorthin zog es ihn in den Semesterferien nach dem ersten Semester. Und er entschied sich, andere Kulturen lieber an Ort und Stelle kennenzulernen. In Südafrika beschäftigte er sich mit Shiatsu, zog nach ein paar Jahren weiter nach Australien, machte dort eine Yoga- ausbildung und ging dann nach Neuseeland, wo er gut sieben Jahre gelebt hat.

"Nach dieser langen Zeit bin ich dort sogar Staatsbürger geworden", sagt er. In Neuseeland hat Daniel Stryczek ein Musikstudium absolviert, hat sich besonders auf Tontechnik konzentriert. Aber schließlich packte ihn doch das Heimweh, und er kehrte vor zwei Jahren nach Deutschland zurück. Im Winter aber würde er am liebsten weiter in Neuseeland leben.

In all den Jahren hat ihn die Straßenmusik begleitet. Mit seiner Musik hat er sich einen Teil seines Lebensunterhalts verdient. Heute macht er nur noch Musik. "Filmmusik für einen Verlag", sagt der Musiker, der jetzt als Jack Haunt auftritt. Er covert nicht, produziert nur eigene Titel, sie sind folkig, voll Gefühl und Lebenslust. Seine CDs nimmt er mit anderen Musikern auf. "Geige und Cello ergänzen sehr schön", erläutert er.

"Es war nie mein Ziel, das große Geld damit zu verdienen", sagt er über seine Musik. Gern singt er auch in Kleinstädten, wo der Kontakt zum Publikum sehr direkt ist. Haldensleben am Sonnabend beim Regionalmarkt, das gefiel ihm.