Hakenstedt l Seine Leidenschaft gehört dem Holz - als Künstler und als Naturliebhaber. An allen Ecken seines Grundstückes gibt es Spuren seines künstlerischen Daseins. "Am liebsten hauche ich dem Holz wieder seine Organik ein, schließlich ist Holz etwas Organisches", zeigt er in seiner Galerie "Floral-Power" auf eine Auswahl seiner Arbeiten. Maserungen, Äste, Risse - Thomas Koch versucht aus allem, was die Natur bietet, etwas herauszuholen, eben etwas, was der Natur entspricht. Dabei entstehen die unterschiedlichsten Formen und Skulpturen.

Zum Tag der offenen Galerie am Sonnabend, 17. Mai, wird Thomas Koch sein Gelände der alten Klostergärtnerei in Hakenstedt nicht nur ganztägig für Besucher öffnen, sondern auch mit anderen Künstlern und Handwerkern teilen, zu denen er einen Draht hat. Auch der angrenzende Park wird offen stehen.

Gemeinsam mit der Meitzendorfer Kalligrafin Sylvia Walther wird er beispielsweise an seinem zweiten Lyrikbändchen arbeiten. Mit Collagen aus allem, was die Natur so zu bieten hat, beschäftigt sich Sabine Schulze. Sie wird ebenso präsent sein wie Fotografin Birgit Schwabe. "Wir sind alles alte Romantiker und seelenverwandt", sagt Thomas Koch über die künstlerische Verschmelzung. Vor allem aber verbindet alle, die am Sonnabend dabei sein werden, ihre Liebe zum Ursprünglichen. Nicht zuletzt Freundin Tina, die in der Küche schon fleißig werkelt. Gerade gibt sie gebastelten Fischen am Stock ein buntes Aussehen.

Holz, Gesang und Honigexperte in der Galerie

Darüber hinaus können Besucher zusehen beim Schmieden, Töpfern, Filzen, Wildholzmöbelbauen, Malen, Basteln aus Pappmaché oder mitmachen bei all dem und beim Bogenschießen, Live-Sägen, Singen und vielen anderen Angeboten. Einen Liedermacher hat Thomas Koch ebenso eingeladen wie eine bulgarische Trachtengruppe, die gegen 15 Uhr ihren Auftritt haben wird. Angesagt hat sich auch Hobby-Imker Peter Klingbeil.

Besonders freut sich Thomas Koch auf die Gaumenfreuden des Tagen, denn es gibt zum Beispiel vegetarische Burger, Gulasch vom Schaf, Eis und allerlei weitere kulinarische Genüsse.

Seine neueste Errungenschaft ist eine Komposttoilette. Unglaublich: Mitten in seinem parkähnlichen Garten steht ein neues Holzhäuschen, ganz luxuriös sogar mit einer Waschspüle ausgestattet, und wartet nur darauf, genutzt zu werden. "Das zu bauen, hat mir meine Therapeutin empfohlen", erzählt der Hakenstedter. Vergangenes Jahr hatte er einen Unfall. Die Reha war lang, zog sich bis jetzt hin und war manchmal qualvoll. Jeden noch so kleinen Strohhalm auf dem Weg zur Gesundung ergriff er. So kam ihm der Bau des etwas ungewöhnlichen stillen Örtchens gerade recht.

Wikinger zieht als Wächter an die Ostsee

Überhaupt kann Thomas Koch zu jedem seiner Werke, selbst zu den verschiedensten Ecken seiner grünen Oase direkt an der Bundesstraße 245 eine Geschichte erzählen.

Ein Wikinger zum Beispiel ist eines seiner neuesten Werke. Der etwas finster dreinblickende Kämpfer wird sein Zuhause allerdings künftig an der Ostsee haben und dort ein Feriendomizil bewachen. Doch zum Tag der offenen Galerie wird er wohl noch in Hakenstedt zu entdecken sein.

Parkmöglichkeiten gibt es übrigens überall im Dorf. Nur ein paar Schritte und man befindet sich mitten in einer grünen und zugleich auch farbenfrohen Oase.