Zum viertel Mal richtete die Evangelische Sekundarschule eine Segensfeier aus, ein freiwilliges Angebot für jene Schüler, die nicht konfirmiert werden, und eine Alternative zur Jugendweihe. 19 der insgesamt 25 Achtklässler fieberten ihrer Segensfeier entgegen.

Haldensleben/Hillersleben l "Wie erwachsen Ihr seid", machte Pia Kampelmann, Leiterin der Evangelischen Sekundarschule Haldensleben, den 19 Mädchen und Jungen der 8. Klasse ein Kompliment, als sie die Schüler mit ihren Familien begrüßte. Da die Schule wegen Bauarbeiten nach Hillersleben umgezogen ist, fand die Feier am Sonnabend in der Klosterkirche Hillersleben statt.

Lisa Feddrau und Lea Apitius zogen für sich und ihre Mitschüler Bilanz, erinnerten sich daran, als sie als Zehnjährige an die Evangelische Sekundarschule gekommen waren. Der Kennenlerntag auf Gut Glüsig habe ihnen sehr geholfen, versichern sie. Ein ganz großes Kompliment machen die Mädchen ihrer Klassenlehrerin Katja Schulze: "Die meisten hatten am Anfang Angst vor ihr, aber jetzt ist sie unsere Lieblingslehrerin. Wir haben viel Mist gebaut und sie manchmal in peinliche Situationen gebracht, aber sie stand immer hinter uns."

Als Katja Schulze ans Rednerpult tritt, jubeln die Mädchen und Jungen. Sie gebe ihnen Noten, sagt die Klassenlehrerin, doch die "sagen nichts aus über eure Persönlichkeit, über euren Charakter." Die Lehrerin blickt zurück auf die gemeinsame Zeit - das Kennenlernen, das Zelten in der 7. Klasse. "Der Umgang ist lockerer, die Beziehung enger geworden", freut sich Katja Schulze. Heute würde sie ihnen viele Freiheiten zugestehen.

Gut kennengelernt hat auch Jugendpfarrer Robert Neumann die 13- und 14-Jährigen. Gemeinsam mit der Religionslehrerin Linda Warmbein und der Klassenlehrerin hat er sie ein Jahr lang auf die Segensfeier vorbereitet. "Segen ist wie eine Pusteblume", "Segen ist wie ein Baum" und "Segen ist Vertrauen" zitiert Robert Neumann Sprüche der Schüler von einer gemeinsamen Fahrt, auf der sie sich mit dem Thema Segen beschäftigt haben.

"Segen ist wie ein Baum", griff er einen Satz wieder auf, und verwies auf das schützende Blätterdach. Menschen zu vertrauen, sei manchmal schwieriger, nahm er den Faden wieder auf. Sie müssten selbst herausfinden, welche Beziehungen tragfähig sind. "Doch auch wenn etwas schief geht, habt ihr Eltern, Freunde, Lehrer, die euch helfen. Und ihr seid selbst gefordert zu helfen, Verantwortung zu übernehmen."

Bei dem Projekt in der Kita St. Marien haben die Mädchen und Jungen den Kindern geholfen, sie haben mit ihnen geknetet, gesät, Obstsalat geschnippelt. "Und die Kinder haben euch vertraut."

"Segen ist Vertrauen", erinnerte Robert Neumann noch einmal. "Verteilt ihn, pustet ihn in die Welt, denn Segen ist wie eine Pusteblume."

Ihren Spruch für diesen Tag, für ihr weiteres Leben hatten sich die Jugendlichen selbst ausgesucht, etwas, das zu ihnen passt. Aufgeregt nahmen sie den Segen entgegen wie auch die kleinen Geschenke von den Knirpsen aus der Kita St. Marien.

Die Achtklässler baten ihre Familien an diesem Tag um Spenden für die Aktion "Schüler helfen Leben" zur Unterstützung von Jugendlichen in Serbien, Bosnien und Herzegowina. 382 Euro wurden für diesen guten Zweck gespendet.