Alte Schmuckstücke in neuem Glanz hat es am Sonntag auf dem Schlosshof Hundisburg zu sehen gegeben. Die Oldtimerfreunde Hundisburg hatten zum mittlerweile 15. Treffen historischer Fahrzeuge und Landtechnik geladen. Und zahlreiche Aussteller und Gäste kamen, staunten und fachsimpelten.

Hundisburg l Für die Oldtimerfreunde Hundisburg, eine eingeschworene Gemeinschaft aus vier Familien im Ort, war die Oldtimerschau am Sonntag ein kleines Jubiläum. Zum 15. Mal hatten sie zur Schau historischer Fahrzeuge und Landtechnik eingeladen. Und wie in jedem Jahr kamen ihre gleichgesinnten Freunde aus allen Himmelsrichtungen angereist, um ihre Schmuckstücke auszustellen und gemeinsam zu fachsimpeln. Dazu reisten etwa 60 Oldtimerfreunde aus Wernigerode, dem Burgenlandkreis, aus der Altmark und der Landeshauptstadt zum Barockschloss.

"Das ist wie eine große Familie, man kennt sich untereinander, man reist zu den verschiedenen Treffen und Ausstellungen", sagt Wolfgang Lehrmann, einer der Hundisburger Organisatoren. Er selbst hatte unter anderem seinen alten DKW F8 mitgebracht - und zwei ganz besondere Schönheiten: eine NSU 601 TS und eine Hulla, zwei wundervoll restaurierte Motorräder.

Zu den alten "Haudegen", die kaum eine Oldtimerschau auslassen, gehörte am Sonntag auch Klaus Schellig (73) aus Magdeburg. Der Hobbyrennfahrer kann einfach nicht von den alten Maschinen lassen. Mitgebracht hatte er eine NSU, Baujahr 1928, mit Karbidlampe. "Das war früher Zubehör", sagt der Magdeburger. Vier Jahre hat er gebraucht, um die Maschine zu restaurieren. Da durfte das "Sonderzubehör" natürlich nicht fehlen.

Rennen gefahren ist er zu DDR-Zeiten allerdings mit einer anderen Maschine, einer Simson RE mit 50 Kubikzentimetern. Damit ist er mehrfacher Vize-Meister geworden. Doch auch nach der Wende ließ das "Benzin im Blut" nicht nach. Auch jetzt noch fährt er bei Classic-Rennen mit. Gebracht hat ihm das schon unter anderem den Titel Deutscher Meister bei Gleichmäßigkeitswettbewerben. "Die Maschinen müssen doch laufen", sagt der Magdeburger und lächelt verschmitzt.

Neben tollen Autos und Motorrädern zogen auch alte Traktoren und Landmaschinen die staunenden Blicke der Besucher auf sich. So zum Beispiel der Deutz-Standmotor (Baujahr 1933) von Hubertus Laube aus Eimersleben-Vorwerk. Der Standmotor erzeugt Strom oder treibt beispielsweise Dreschmaschinen an. "Der war ein einziger Rostklumpen", sagt Hubertus Laube beim Blick auf den liebevoll restaurierten Motor. Gefunden hat er ihn in Calbe/Saale. Hier erzeugte das gute Stück von 1950 bis 1961 tatsächlich Strom für eine ganze Werkstatt.

So viel muss der Deutz heute nicht mehr schaffen. "Aber ab und an treibt er bei mir schon noch die Dreschmaschine an", sagt Hubertus Laube. Viel Zeit, Geld und Herzblut hat er in den Standmotor gesteckt, um ihn wieder aufzuarbeiten. "Da waren etliche Mäusenester drin", erklärt er den staunenden Besuchern.

Hingucker waren auch die alten Feuerwehren, die unter anderem von den Haldenslebern und den Schackenslebern ausgestellt wurden. Auch um diese alte Löschtechnik bildeten sich stets Besuchertrauben. Mit Engelsgeduld und viel Liebe zum Detail erklärten die Aussteller den Besuchern alles rund um ihre Schmuckstücke.

Wolfgang Lehrmann und seine Hundisburger Oldtimerfreunde zeigten sich erfreut über das Interesse zur 15. Oldtimerschau. "Das Ambiente hier auf dem Schlosshof ist toll", sagt er. Dass sie hier ausstellen dürfen, dafür dankten sie dem Park- und Schlossverwalter Dr. Harald Blanke, mit dem sie seit Jahren sehr gut zusammenarbeiten. Einer 16. Schau wird so nichts im Wege stehen.

Weitere Bilder im Internet unter www.volksstimme.de/oldtimer

   

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