Trotz strömenden Regens ließen sich die Teilnehmer vom Stadtteilspaziergang im Rolandviertel nicht abschrecken. Mit Schirm und viel Neugier "bewaffnet" ließen sich die Haldensleber über die realisierten und geplanten Vorhaben aufklären.

Haldensleben l Alle zwei Jahre bietet die Stadt einen Rundgang für Anwohner an und präsentiert die Veränderungen im Stadtviertel - so auch vergangenen Dienstag im Rolandgebiet. Zusammen mit Bürgermeister Norbert Eichler, Quartiermanager Kai Reichelt vom Projekt "Soziale Stadt", dem stellvertretender Bauamtsleiter Holger Waldmann, Wolfgang Kaiser als Vertreter der Wohnungsbaugenossenschaft "Roland" sowie mit 22 interessierten Anwohnern des Rolandviertel startete die Begehung.

"Beim jüngsten Stadtteilspaziergang am Süplinger Berg war ich erstaunt, wie viele mit den Entwicklungen am dortigen Standort zufrieden sind", sagte Bürgermeister Norbert Eichler nach seiner Begrüßung. Seinen Worten zufolge sei das Rolandviertel gerade im Umbruch: "Hier entsteht ein völlig neues Stadtprofil, wie es sich beispielsweise am `Seniorenspielplatz` Rolandgarten schön veranschaulichen lässt."

Anfangspunkt der Tour war die Rottmeisterstraße 19/21. Der weiße Neubau mit grünen Verzierungen ist eines der Beispiele für ein barrierefreies Wohnen in Haldensleben. Rund vier Millionen Euro hat der Bau gekostet. Von insgesamt 38 Bewohnern in diesem Neubau seien laut Eichler sogar 9 extra deswegen in die Stadt gezogen. Hohe Energie-Standards wurden dabei eingehalten, die zu geringeren Betriebskosten führen. Da dieses Konzept gut ankommt, sollen in naher Zukunft noch weitere Dreiraumwohnungen zwischen 60 bis 90 Quadratmeter in diesem Gebiet entstehen. Bereits ab September will die Stadt zudem an der Schulstraße neue Parkplätze mit Grünflächen errichten lassen, damit sich die dortige Parksituation verbessert.

Weiter ging es in der Rottmeisterstraße zu dem auffällig sanierten lilafarbenen Haus. Einst hatte die Stadt versprochen, jene Häuser zu erhalten, bei denen dies möglich ist, um Lücken im Stadtbild zu vermeiden. Als gelungenes Beispiel konnte nun das Mehrfamilienhaus mit neuen Parkplätzen für die Mieter präsentiert werden. Die nicht unbeträchtliche Summe von 1,8 Millionen Euro wurde von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wobau investiert, damit es den KfW-Effizienzhaus-Standards 70 entspricht. Insgesamt 15 Wohnungen zwischen 49 bis 90 Quadratmeter sind durch diesen Umbau entstanden.

Der Rolandgarten: Ein Ort für Jung und Alt

Auch in der Rolandstraße 18-28 und 9-11 sind dank Fördermittel in den vergangenen zwei Jahren 41 neue Stellplätze für 49000 Euro errichtet wurden. "Nicht zuletzt auch dadurch verbessert sich wesentlich die Wohnqualität der Anwohner", bemerkt Eichler.

Das nächste anvisierte Ziel war der Rolandgarten. Seit zwei Jahren ist dieser in Benutzung. "Es freut uns, dass der Rolandgarten gut angenommen wird und wir zwei Termine für die Anwohner verkünden können", erklärte Holger Waldmann. Demnach sei am 15. August eine Lesung der Volkssolidarität in Kooperation mit der Schreibwerkstatt geplant. Als zweiten Termin konnte Reichelt einen Film-abend von der Lebenshilfe am 12. September nennen. Ziel sei es, für alle Anwohner mehr Veranstaltungen im Viertel anzubieten. "Die Stadt schafft den Rahmen und nun gilt es, dass die Menschen selbst etwas gestalten. Wir geben also Hilfe zur Selbsthilfe", sagte Eichler.

Auf dem Weg zur `Klagemauer` traf die Gruppe auf eine besorgte Anwohnerin der Köhlerstraße. "Das Wasser staut sich teilweise bis zum Haus, seitdem der vordere Abschnitt gepflastert wurde", berichtete Ingeborg Dörfert. Eichler versprach, dass dies näher untersucht werde und notfalls eine Rinne platziert wird. Mehr sei jedoch nicht möglich, da es sich um einen Privatweg handle.

Weiter ging es zu den sanierten Neublöcken der Köhlerstraße, die so genannte "Klagemauer". Von den 160 Wohnungen stehen nur wenige leer. "Das einheitliche Bild des Neublockgebiets ist nur möglich dank der guten Kooperation zwischen uns und der Wohnungsbaugesellschaft", sagte Wolfgang Kaiser. Gerade wird auch die Straße erneuert, um das "Gesamtbild Köhlerstraße" abzurunden.