Das Gewerbegebiet rund um das Einkaufszentrum Elbepark ist das Revier des Hohenwarslebers Kai Schulze. Schon viele Tiere hat der Hobbyfotograf hier im Bild festgehalten. Störend empfindet er den Müll, der hier achtlos zurückgelassen wird.

Hohenwarsleben l Hier und da ein Einkaufswagen, teilweise achtlos mit Müll bestückt zurückgelassen - ein Detail, das seit Jahren zum Gewerbegebiet rund um das Einkaufszentrum Elbepark dazugehört. Ebenso wie die Tag und Nacht hier geparkten Lkw und auch umherliegender Müll.

Dem Hobbyfotografen Kai Schulze aus Hohenwarsleben ist dieser Müll ein Dorn im Auge, es regt ihn auf, dass alles achtlos weggeworfen wird. Der 34-Jährige ist hier oft unterwegs, meist mit dem Fahrrad oder zu Fuß und die Kamera immer dabei, denn er weiß, dass er hier in und zwischen den Brachflächen eine Reihe von Tieren treffen kann, die dann tolle Fotomotive abgeben.

"Sonntagsmorgens so zwischen fünf und sechs, wenn die Sonne aufgeht, ist eine schöne Zeit, wo hier absolute Ruhe herrscht", weiß Kai Schulze aus der Erfahrung der vergangenen Jahre. Ebenso liebt er die Zeit abends nach Geschäftsschluss, wenn kaum noch Autos durch das Gewerbegebiet fahren. Dann wagen sich Fasane und Hasenfamilien aus der Deckung und lassen sich gut beobachten. Auch zahlreiche Schmetterlingsarten haben in der unberührten Natur auf den Brachflächen eine Heimat gefunden.

"Die Tierfotografie ist mein Hauptaugenmerk, der ich mich schon seit Jahren widme", erklärt Kai Schulze, für den das Hobby Ausgleich zum Job ist. Wenn es ihn zum Fotografieren in die Natur zieht, dann ist der Stress weit weg und es zählt nur noch die Ruhe. Seine Fotos sollen etwas ausdrücken, denn jedes für sich oder auch als Komposition zusammengestellt, erzählt eine Geschichte.

So weckt der Hobbyfotograf beispielsweise auch Aufmerksamkeit mit einer Zusammenstellung, die er mit "Ein Ort - Zwei Welten" überschrieben hat. Die Bilder sind alle nahe des Elbeparks entstanden, sie zeigen Fasane in ihrem Familien- glück, andererseits auch vergessene Einkaufswagen voller Müll, achtlos weggeworfene Plastikflaschen und Unrat neben einem Müllbehälter.

Die Menschen aufrütteln, die Natur mehr zu achten

Kai Schulze würde mit dieser etwas eigenwilligen Bildkomposition am liebsten aufrütteln, zumindest aber an die Menschen appellieren, die Natur ein wenig mehr zu achten. Denn hier haben Tiere ihren Lebensraum, die sich gegen die Verschmutzung nicht wehren können und, wie Kai Schulze sagt, "ungefragt im Müll und Dreck leben müssen". "Eine traurige Schattenseite der Naturfotografie, die ich leider immer häufiger zu sehen bekomme", kritisiert der Hohenwarsleber.

Dass er bei seinen fotografischen Streifzügen auf den Brachflächen am Elbepark auch schon in menschliche Hinterlassenschaften getreten ist, erwähnt er nebenbei. Es sind Momente, die er schnell vergessen möchte. "Es hat auch den Anschein, als ob das mit den parkenden Lkw hier immer schlimmer wird, obwohl der Autohof ja ganz in der Nähe ist", sagt er und denkt, dass die Parkbuchten an den Seitenstraßen eine Einladung für die Lkw-Fahrer darstellen. Sogar, dass gegrillt wird, habe er schon beobachtet.

Wenn er hingegen an die Pflanzen und Tiere denkt, die er in den vergangenen Jahren mit seiner Kamera eingefangen hat, gerät der junge Mann ins Schwärmen: "Nichts ist faszinierender, als zu sehen und mitzuerleben, wie neue Pflanzenarten entstehen, wachsen und gedeihen oder aber die kleinen Kitze von ihrer Mutter liebevoll aufgezogen, umsorgt beziehungsweise beschützt werden." Gerade die Hohe Börde biete eine große Artenvielfalt an Fauna und Flora. Und genau bei diesen Gedanken zitiert er gern Joseph von Eichendorff: "Natur ist das große Bilderbuch, das der liebe Gott uns draußen aufgeschlagen hat!"

Nach Meinung von Kai Schulze ein Gut, das es also zu schützen gilt. Nicht zuletzt, weil er auch das Interesse an der der Natur und dem Fotografieren gern an seine heute fast zweijährige Tochter weitergeben möchte. Auch sie soll in einigen Jahren noch prachtvolle Fasane, Hasen und Schmetterlinge zum Fotografieren direkt vor der Haustür finden.

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