Ebendorf l Auf dem Ebendorfer Sportplatz übten rund 80 Einsatzkräfte am Sonnabend den Ernstfall. Während des Ausbildungstages wurde angenommen, dass ein Festzelt zusammengebrochen ist und dabei 50 Menschen verletzt wurden. Während der Ausbildung stand die Struktur bei so einer großen Hilfsaktion im Mittelpunkt. "Wir üben heute die Rettungs- und Kommunikationswege", erklärt Frank Schulze, Sachgebietsleiter des Rettungsdienstes im Landkreis Börde. Gut geschminkte "Verletzte" gab es deshalb nicht. Dafür mehrere Zelte, Tragen, Einsatzfahrzeuge und Funkgeräte.

An der Stelle, an der der Festzeltzusammenbruch angenommen wurde, lagen laminierte Zettel im Gras. Jeder Zettel stand für eine Person. Alter, Geschlecht und Verletzungen waren darauf notiert, ebenso vorhandene Schmerzen. "Die Personen würden im Ernstfall zu einer Patientensammelstelle gebracht", erklärt Frank Schulze, "dort werden sie von einem Arzt begutachtet."

Dafür war Ärztin Katrin Baier vor Ort. Sie entschied, in welchem der drei folgenden Zelte jeder Verletzte weiterversorgt wird. Das erste Zelt trägt einen roten Punkt. Dahinein kommen die Schwerverletzten. Die mittelschwer Verletzten werden in das Zelt mit dem gelben Punkt gebracht und die leicht Verletzten in das Zelt mit dem grünen Punkt. "Es ist wie ein Ampelsystem", macht Frank Schulze deutlich.

In den Zelten erhalten sie die notwendige Erstversorgung, dann werden sie in das nächste Sammelzelt gebracht. Davor warten im Ernstfall bereits die Rettungsfahrzeuge und bringen die Verletzten in die umliegenden Krankenhäuser. Auch das wird dokumentiert, sodass Angehörige später problemlos erfahren können, wo die Betroffenen zu finden sind.

Diese Struktur wird auch im Ernstfall angewendet. "Dann geht es natürlich nicht so ruhig zu wie jetzt während der Ausbildung", weiß Frank Schulze.

An der Ausbildung haben sowohl professionelle als auch ehrenamtliche Helfer teilgenommen. Vertreten waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Ebendorf und Meitzendorf, die Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes Wanzleben und Börde, der Maltheser-Hilfsdienst, die Johanniter-Unfallhilfe, der Arbeitersamariterbund, der Krankentransport- und Rettungsdienst Ackermann sowie der landkreiseigene Rettungsdienst.

"Es ist gut, dass wir für solche Einsätze immer wieder üben", sagt Denis Altmann vom DRK-Kreisverband Wanzleben, "das ist sehr wichtig, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Außerdem stärkt es den Zusammenhalt mit den Kollegen."

 

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