Die Gemeinde Calvörde beabsichtigt, die Voraussetzungen zu schaffen, damit aus Gartenland im Außenbereich von Calvörde Bauland entsteht. Platz wäre dann an der Straße "Riehegärten" in Calvörde für sieben neue Einfamilienhäuser.

Calvörde l "Ausgangspunkt für den Beschluss, den wir auf dem Tisch zu liegen haben, ist der Antrag eines Gartenbesitzers im Bereich der Riehegärten im Ortsteil Calvörde auf die Errichtung eines Eigenheims", erklärte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Die Fläche liegt im Außenbereich. Das heißt, dass diese Grundstücke nicht zu der bereits bebauten Ortslage zugeordnet werden können. Die Bebauung wäre derzeit nach dem Baugesetzbuch nicht zulässig.

"Um eine geordnete städtebauliche Entwicklung zu gewährleisten, hält die Gemeinde Calvörde es für angemessen, das Baurecht über ein zulässiges Planungsinstrument in Form einer Ergänzungssatzung zuzulassen", schilderte der Bürgermeister.

Schliephake berichtete, dass es in der Vergangenheit schon einmal einen Antrag gegeben habe, dort bauen zu dürfen. Damals habe der Landkreis Börde die Bebauung abgelehnt. In der Begründung hieße es unter anderem, dass eine Ergänzungssatzung nötig ist. Für ein einzelnes Grundstück wäre dies aber nicht zulässig, da eine "Insellage" entstehen würde. Damals hieß es, dass alle Grundstücke an der Straße in der Ergänzungssatzung mit einbezogen werden müssten.

Nun habe es mit den Anliegern und einer Planerin eine Versammlung gegeben, um die aktuelle Lage darzustellen. Die Versorgungsleitungen, wie Wasser, Elektro, Gas, Abwasser und Telefon, wären bereits in der mit Bitumen ausgebauten Straße vorhanden. "Es sind also keine Erschließungsmaßnahmen erforderlich. Mit der Schaffung des Baurechtes würden wir also entsprechendes Bauland haben", fasste der Bürgermeister zusammen. Jungen Leuten Bauland anbieten zu können, wäre nach Ansicht von Schliephake überaus wichtig.

Die Flächen bieten geeignete Voraussetzungen für maximal sieben Wohngrundstücke. Mit dieser städtebaulichen Entwicklung würde außerdem eine sinnvolle Strukturerweiterung erfolgen, da die gegenüberliegende Seite bereits bebaut ist. So könnte ein einheitlich geschlossener Ortsrand entstehen. Die Finanzierung soll in Form einer Kostenübernahmevereinbarung von den Beteiligten übernommen werden. Voraussetzung dafür sei aber, dass die große Mehrheit der Eigentümer zustimmt.

"Sechs der sieben Eigentümer waren bei der Informationsveranstaltung anwesend. Es gab ein allgemeines Einvernehmen mit der Zusage der anteiligen Kostenübernahmen", berichtete der Bürgermeister. Mit einem Eigentümer wäre das Gespräch noch zu führen. Aber auch ohne Zustimmung dieses Anliegers wäre die Fläche überplanbar. Schliephake verwies auf das Leitbild der Gemeinde Calvörde, in dem auch diese Art der Lückenbebauung favorisiert wird. Einstimmig fassten die Gemeinderäte den Beschluss, zum Zwecke einer geordneten städtebaulichen Entwicklung die Aufstellung der Ergänzungssatzung umzusetzen.

Die nächste Sitzung des Gemeinderates findet am Donnerstag, 11. September, um 19 Uhr im Goldenen Löwen in Calvörde statt.