Mit diesem Riesenansturm auf den diesjährigen Brot- und Backtag an der Flechtinger Wassermühle hatte der Heimat- und Mühlenverein nicht gerechnet. Eis, Würstchen, Brot und Kuchen schmeckten am sonnigen Herbsttag im Freien gut.

Flechtingen l Ausnahmezustand im Ortskern von Flechtingen. Zum Tag der Deutschen Einheit wurden die Parkplätze zwischen Kurhaus und Behnsdorfer Straße überall knapp. Das mag am guten Wetter, aber vor allem auch am Brot- und Backtag des Heimat- und Mühlenvereins gelegen haben. In Massen strömten die Menschen an die Schloss- und Wassermühle, wo die fleißigen Vereinsmitglieder Tische und Bänke unter Sonnenschirmen aufgebaut hatten. An Ständen gab es Kaffee und Kuchen, aus dem mobilen Backofen zog Bäckermeister Denni Nitzschke frische Brotlaibe, die einen leckeren Duft verbreiteten. Die Würste vom Grill waren im ersten Gang schnell vergriffen, da musste noch für Nachschub gesorgt werden. Zum Glück gab der Kühlschrank noch einige Reserven her.

"Mit so vielen Besuchern hatten wir heute nicht gerechnet", meinte Vereinsvorsitzender Hubertus Nitzschke. Im vergangenen Jahr hatte das Wetter dem Verein einen Strich durch die Veranstaltung gemacht, da waren viele Sachen liegen geblieben, weil die Gäste ausgeblieben waren.

Knüller für die jüngsten Besucher war das Kürbisbemalen. Ilse Ranwig hatte jede Menge Zierkürbisse mitgebracht, die für einen kleinen Obolus erworben und mit Acrylfarben bemalt werden konnten. Pia Ranwig und Annett Baucke halfen den Kindern dabei oder malten selbst Gesichter oder andere Motive auf die Kürbisse, die über dem Brückengeländer des Mühlenbächleins als hübsche Herbstlandschaft drapiert waren.

Für einen ganz besonderen Hingucker zum Brot- und Backtag hatte Ina Köhn gesorgt. Aus Maschendraht und Pappe hatte die junge Mutter in nächtelanger Arbeit ein Riesenbrot geformt und mit ihrer nagelneuen Airbrush-Pistole so lange angesprüht, bis es auch farblich einem Brot täuschend ähnlich sah. "So etwas mache ich, wenn meine Kinder abends im Bett liegen und Ruhe einkehrt", erzählte die Wegenstedterin.

"Das bekomme ich aber leider nicht in meinen Ofen hinein", scherzte Denni Nitzschke angesichts des riesigen Kunstwerkes neben seinem Stand, vor dem so mancher Gast stehenblieb und staunte.

Etwas weiter abseits des Festgeländes hatte hinter der Spetze der Eiswagen Aufstellung genommen, an dem sich oft lange Schlangen bildeten, denn bei schönstem Sonnenschein ließ sich das Eis im Freien noch durchaus genießen.

Im stündlichen Rhythmus hatte der Flechtinger Klaus Pieper seine Schlossführungen angesetzt. Der Andrang war so groß, dass nicht alle Besucher mit ins Gemäuer genommen werden konnten. Zwar noch immer eine Baustelle, verwandelt sich das Innere mehr und mehr.

Von der Schloss-Seite aus konnten die Spaziergänger einen herrlichen Blick über den See auf Flechtingen werfen. Selbst einige Bootsfahrer hatten sich noch im Tretboot hinausgewagt und genossen die Sonne vom Wasser aus. Schön wäre es gewesen, wenn die Fontäne heute noch in Gang gewesen wäre, meinten einige Besucher beim Verweilen an der Mauer.

 

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