Etwa 200 Reservisten, Polizisten, Feuerwehrleute, Aktive des Technischen Hilfswerks, Mitglieder von Traditionsvereinen und weitere Bürger trafen sich am Sonnabend trotz des regnerischen Wetters zum 23. Helmstedt-Haldensleben-Marsch, um ein Stück deutsche Einheit zu dokumentieren.

Haldensleben l Als ein Stück gelebte Wiedervereinigung sieht Steffen Kapischka (CDU), der stellvertretende Haldensleber Stadtratsvorsitzende, den Helmstedt-Haldensleben-Marsch, der am Sonnabend zum 23. Mal stattfand. Und dabei gehe es nicht nur um die Partnerstädte Helmstedt und Haldensleben. Ursprünglich führte der Helmstedt-Haldensleben-Marsch im jährlichen Wechsel von einer Kreisstadt zur anderen. Der damit verbundene organisatorische Aufwand ist inzwischen jedoch nicht mehr möglich. Deshalb werden seit einigen Jahren Märsche im Umfeld der jeweiligen Kreisstadt organisiert. Zum Auftakt am Sonnabend spielte die Feuerwehr-Blaskapelle Satuelle auf dem Haldensleber Marktplatz auf.

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), Schirmherr des Reservistenmarschs, sprach davon, dass Menschen in diesem Land, die von 1933 bis 1989 keine Freiheit und Demokratie kennengelernt hätten, denn das SED-Regime sei eine Diktatur gewesen, mit Kerzen in der Hand ihre Freiheit erkämpft hätten. Stahlknecht hatte nicht nur an den 25. Jahrestag des Mauerfalls erinnert, sondern auch weitere historische Daten angeführt wie den 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs und den 75. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs. "Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde unser Vaterland geteilt", sagte Stahlknecht, die Menschen hier hätten nicht in Freiheit und Demokratie leben können, obwohl sie dennoch erfüllte Lebensbiographien hätten.

Der Reservistenmarsch vereinte Menschen aus Ost und West. Männer und einige Frauen aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Sachsen und Berlin wanderten 6, 9, 12 oder 20 Kilometer in die Haldensleber Umgebung. "Kein Weg ist lang mit einem Freund an der Seite" zitierte der Kommandeur Oberst Axel Lautenschläger. Die Landesgruppe Sachsen-Anhalt des Reservistenverbandes und besonders die Gruppe Haldensleben hätten diesen Tag sehr gut vorbereitet, lobte er und dankte auch allen Beteiligten vom DRK bis zu den Maltesern und Feldjägern aus Burg, die für das Umfeld sorgten.

Neben Reservisten und Polizisten, die in der Mehrzahl waren, wanderten auch Mitglieder des Herzoglichen Braunschweigischen Feldkorps, eines Vereins für europäische Kultur und Geschichte der napoleonischen Epoche, mit, die in ihren historischen Uniformen besonders auffielen. Sie seien gern bei solchen Traditionsmärschen dabei, erzählte Axel Dürkop. Aus dem niedersächsischen Essenrode waren Feuerwehrleute gekommen. Sie sind zum dritten Mal dabei und hatten viel Spaß, bekräftigte Jens Schmidt, als sie sich nach einer 12-Kilometer-Tour die Erbsensuppe schmecken ließen.

Eine Gruppe des Technischen Hilfswerks aus Helmstedt hatte ebenfalls die 12-Kilometer-Strecke in Angriff genommen. Die Beteiligung an diesem Marsch sei Tradition, berichtete Zugführerin Sarah Riedel. Das sei zwar etwas eingeschlafen gewesen, wurde vor einigen Jahren jedoch wieder belebt, versichert sie. Auch der Helmstedter Bürgermeister Wittich Schobert (CDU) gehörte zu den Gästen an diesem Tag.

Marion August war extra aus Lehr in Ostfriesland angereist, um in Haldensleben 12 Kilometer zu wandern. Sie begleitete ihren Mann, der in Uniform dabei war. Private Beziehungen waren es auch, die einen Freundeskreis aus Haldensleben und Nordgermersleben dazu brachten, erstmals beim Reservistenmarsch dabei zu sein. Aus Bremen war Sabine Ebeling, die aus Flechtingen stammt, zum Wandern gekommen. Sie hat sich bereits vor zehn Jahren der Reservistenkameradschaft Altmark angeschlossen. Ihr Vater Ernst Ebeling, der an diesem Tag als Streckenposten im Einsatz war, und ihr Interesse für die Colbitz-Letzlinger Heide waren die Auslöser dafür gewesen.

   

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