Einen Ausflug in Geschichte und Gegenwart unternahmen die Viertklässler der Weferlinger Grundschule. In der Lambertikirche lernten sie allerlei über die Kirche und viele Bräuche kennen.

Weferlingen l Das erlebt man wahrlich nicht alle Tage. Es ist mucksmäuschenstill in der Weferlinger Lambertikirche, und das, obwohl eine ganze Schulklasse zu Gast ist. Statt im Klassenraum sitzen sie zu einer Unterrichtsstunde in den Kirchenbänken.

Zunächst schaut sich die 4. Klasse von Elvira Böhm aufmerksam um, bestaunt Altar und Altarraum, die bunten Fenster und die Jesusfigur am Kreuz. Vom Erntedank-Gottesdienst sind noch die Gaben der Natur ordentlich aufgereiht.

Was bedeuten die Seile da oben? Wieso stehen da diese Steine? Was passiert in der Sakristei? Wozu gibt es die Bibel? Warum ist die Orgel da oben? Viele Fragen haben die Mädchen und Jungen an diesem Vormittag, und geduldig antwortet Hartmut Götsch.

Die Steine, klärt das Gemeindekirchenratsmitglied auf, sind Grabplatten im Gedenken an Verstorbene, die in der Kirche aufgestellt worden sind. Sie seien sehr schwer. Deshalb senke sich der Boden unter ihnen schon ab. Demnächst soll es eine Reparatur geben und die Grabplatten sollen dann neu verteilt werden, bleiben aber auf jeden Fall in der Kirche, erklärt er.

Und die Orgel sei wie in vielen Kirchen wegen des Klanges und seiner optimalen Ausbreitung auf der Empore gebaut worden.

Julia weiß, dass es ein Taufbecken gibt und wofür es genutzt wird. "Da wird man Christ, man kommt zum Glauben und entwickelt das Gefühl, dazuzugehören, in der Gemeinschaft zu sein", sagt sie auf die Frage eines Mitschülers.

Lucas will wissen, wie viele Besucher in die Weferlinger Kirche hineinpassen. Hartmut Götsch erklärt ihm, dass bei einem Konzert der "Prinzen" die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt war. Gezählt hatte die Personen aber niemand. Allerdings, vor 25 Jahren wurden mal 622 Frauen, Männer und Kinder in der Lambertikirche gezählt. Sie alle waren damals bei den Friedensgebeten zu den Demonstrationen der friedlichen Revolution dabei, in deren Folge die deutsch-deutsche Mauer fiel.

Um den schönen Klang der Stimmen im Gotteshaus zu hören, durften die Kinder zum Abschluss im Altarraum Aufstellung nehmen und gemeinsam ein Lied singen.