Ein deftiges Frühstück in geselliger Runde ist beim Bergmannsfrühstück im Palas des Schöninger Schlosses aufgetischt worden. Mit von der Partie waren abermals die traditionsbewussten Kumpel aus dem Bördekreis.

Schöningen l Seit 27 Jahren, so alt ist der Schöninger Bergmannsverein "Glückauf", treffen sich die Abordnungen aller Vereine des Helmstedter Reviers zum Bergmannsfrühstück am ersten Novemberwochenende. Vor 25 Jahren wurde die Frühstücksgesellschaft größer, denn nach dem Mauerfall kamen noch die Bergleute und Knappen aus Harbke und Morsleben dazu. Und so konnte jetzt im Schöninger Schloss der zweite Vereinsvorsitzende Gerhard Melzer nicht nur die Abordnungen der Brudervereine aus Esbeck, Frellstedt, Süpplingen, Grasleben, Wolsdorf und Schöningen, sondern auch aus Harbke und Morsleben begrüßen.

"Viele, die zu diesem Traditionsfest kommen, freuen sich, alte Kumpel wiederzusehen und nutzen die Gelegenheit, sich auszutauschen", sagte Schöningens Bürgermeister Henry Bäsecke in seinem Grußwort.

Er unterstrich außerdem die Bedeutung, die Tradition am Leben zu erhalten und nutzte die Gelegenheit, die Anwesenden über aktuelle Kommunalpolitik im Revier zu informieren.

Rainer Polk, Vorsitzender des fast 600 Mitglieder zählenden Fördervereins zur Wahrung des Brauchtums im Helmstedter Revier, beklagte, dass keiner den Mitgliederschwund in den letzten Jahren stoppen konnte, verwies aber gleichzeitig auf zahlreiche Aktivitäten, die von den Vereinen ausgingen. Unter anderem die Barbara-Feiern, die Bergandacht in Esbeck oder das Konzert im Juli in Harbke. Einen Dank richtete Polk an die Helmstedter Revier GmbH, die die Bergkapelle des Helmstedter Reviers finanziell unterstützt und auch 2015 sponsern will.

Schöningens Ratsvorsitzender Siegfried Pause widmete seine Festrede ausschließlich der Grenzöffnung vor 25 Jahren und der Zeit danach. "Gut, dass der Bergmannsverein das Revierfrühstück nutzt, um an dieses Ereignis vor 25 Jahren zu erinnern", sagte er, "ist es doch auch ein Tag, an dem wir uns ganz schlicht freuen, dass es vor 25 Jahren so friedlich geklappt hat. Es war ein epochaler Brückenschlag über die Aue, und wir waren dabei." Bildhaft schilderte Pause die ersten Begegnungen auf dem Weg zwischen Schöningen und Hötensleben. "Die Menschen lachten und weinten zugleich. Wir befanden uns in einem kollektiven Emotionsrausch. Aber auf dem Weg des Zusammenwachsens wuchsen nicht nur Schleierkraut, sondern auch Disteln. Aber die deutsche Einheit ist ein Weg in eine verheißungsvolle Zukunft", fuhr der Festredner fort, der anerkennende Worte auch an die Vereine jenseits der Grenze richtete. Sie hätten sofort die menschliche, moralische und politische Pflicht gespürt, das zerrissene Band im Helmstedter Revier neu zu knüpfen.

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