Die Bauabnahme ist erfolgt. Der ländliche Weg in der Gemarkung Bösdorf von der Milchviehanlage über den Seekranzgraben bis zum Schöpfwerk ist fertig. Mit der neuen Trasse soll der Drömling auch für radfahrende Touristen ein Stück attraktiver sein.

Bösdorf l Graue Spurbahnen aus Beton ziehen sich seit neuestem von Bösdorf durch die Wiesen und Felder in Richtung Schöpfwerk. Dabei handelt es sich um einen landwirtschaftlichen Weg, der seit August diesen Jahres befestigt und jetzt fertig gestellt wurde.

Insgesamt wurden etwa drei Kilometer Weg befestigt. Und zwar im Rahmen des Flurordnungsverfahrens Bösdorf-Rätzlinger Drömling. Das Flurordnungsverfahren dient dazu, die landwirtschaftlichen Eigentumsverhältnisse in der Gemarkung neu zu ordnen. Dabei wird gleichzeitig die Infrastruktur durch Ausweisung, Erneuerung und Regulierung von Wegen, Gewässern und öffentlichen Anlagen verbessert, um den Erfordernissen an Landschaftspflege und Naturschutzgesetz gerecht zu werden. Zur Verbesserung der Infrastruktur gehört die Wegbefestigung, für die nun die Bauabnahme erfolgte. Dafür trafen sich die beiden Ortsbürgermeister von Bösdorf, Georg Ohrdorf und von Rätzlingen, Wilhelm Behrens (Aktive WG Sport), mit Eckard Albrecht vom Amt für Landwirtschaft und Forsten (ALFF) Stendal, mit Wolfgang Sender von der Naturparkverwaltung, mit den Planern und mit Vertretern der bauausführenden Firma vor Ort.

"Von den 3000 Meter wurden etwa 700 Meter in Asphalt und der Rest in Betonspurbahnen gebaut", erklärte Bauleiter Ulrich Zimmermann. Außerdem wurde ein Durchlass von den Seekranzgraben erneuert. "Zur Maßnahme gehören auch die Zufahrten für die Landwirte in Beton oder Asphalt. Ausweichmöglichkeiten wurden beidseitig hergestellt", beschrieb Siegfried Franke, Planer der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt. Das Besondere an dieser Trasse seien die Aufkantungen. "Damit soll verhindert werden, dass der Weg von Pkw als Durchgangsstraße genutzt wird", betonte Zimmermann und zeigte auf das Schild "Verkehrsverbot für Fahrzeuge aller Art". Nur für den landwirtschaftlichen Verkehr ist der Weg frei. Für Radfahrer ist der Weg natürlich ideal.

Die Kosten für diese Maßnahme betragen 350000 Euro. Die Finanzierung erfolgte zu 90 Prozent von der EU, vom Bund und vom Land. Die Teilnehmergemeinschaft hat einen Eigenanteil von zehn Prozent zu leisten.

Die Förderung des ländlichen Wegebaus diene zur Verbesserung der mit der Landwirtschaft verbundenen Infrastruktur. Die Hauptaufgabe dieses Programmes bestehe darin, einen hohen Erschließungseffekt der landwirtschaftlichen Nutzflächen zu erreichen. Behrens ergänzte: "Die Wege werden aber nicht nur von den Landwirten benutzt, sondern sie sind ein Baustein, um den Drömling touristisch zu erschließen."

Dabei werden die Erfordernisse von Naturschutz und Landschaftspflege, insbesondere die Umweltverträglichkeit von Vorhaben, besonders berücksichtigt. "Wir haben als Naturschutzbehörde versucht, Kompromisse zu finden", sagte Sender. Zum einen galt es, im Naturschutzgebiet für die Brutvögel und für die Vegetation Schutzzeiten zu beachten und zum anderen mussten Termine eingehalten werden, um Fördermittel zu bekommen.

"Die Brücke am Bösdorfer Damm, die am Ende des neuen Weges über den Allergraben führt, muss als nächstes erneuert werden", blickte Behrens voraus. Aus Kostengründen könne dieses Vorhaben voraussichtlich erst 2017 umgesetzt werden. Bis dahin muss die alte Überführung halten.