Das Geld in der Gemeinde Calvörde ist mehr als knapp. Doch wie wird trotzdem aus einem maroden Kindergartengebäude ein modernes Dorfgemeinschaftshaus? Die Elsebecker kennen die Zauberformel. Mit viel Eigeninitiative entsteht über mehrere Jahre hinweg ein Haus für die Gemeinschaft.

Elsebeck l Der Weihnachtsmann wohnt in Elsebeck. Der Rotkittel ist am Sonnabendnachmittag auf dem Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus mit der Wahrheit rausgerückt. Die Bewohner des Ortes bekräftigen seine Aussage. "Ja, wenn der Rotkittel nicht gerade Geschenke verteilt oder Glühwein trinkt, gehört er zu unserer Feuerwehrmannschaft", verraten seine Kameraden, die auf dem Weihnachtsmarkt nicht nur ihren Durst löschen, sondern vor allem Würstchen rösten. Aber es gibt nicht nur Gegrilltes, sondern auch Waffeln und Stullen mit Schmalz, das nach Großmutters Rezept zubereitet wurde.

"Bevor wir den Weihnachtsmarkt eröffneten, hatte es in der Kirche einen musikalischen Gottesdienst gegeben", erzählt Volker Preetz, Vorsitzender des gastgebenden Fördervereins der Feuerwehr. Der Verein hat derzeit 49 Mitglieder, die in Berenbrock und Elsebeck zu Hause sind. Nadine Duwe und Ingo Gremm aus Magdeburg spielten als Duo "Seit` an Seit`" auf ihren Gitarren Weihnachtslieder.

Obwohl das Dorfgemeinschaftshaus noch einer Baustelle ähnelt, fühlen sich die Senioren bei der anschließenden Weihnachtsfeier auf engstem Raum sichtlich wohl. Die älteren Herrschaften lassen sich mit Kuchen und Kaffee verwöhnen.

Zu den Gästen gehört auch Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake. Er bedankt sich im Besonderen bei den Leuten, die sich für das Dorfgemeinschaftshaus engagieren. "Wir haben uns vor einem Jahr entschieden, dieses Gebäude zu erhalten. Dies ist aber nur mit der Zauberformel ,Eigeninitiative` möglich. Diese Formel haben die Elsebecker zauberhaft mit Leben erfüllt. Mit der Initiative über mehrere Jahre hinweg und mit den finanziellen Mitteln der Gemeinde werden wir das Gebäude als zentrales Objekt erhalten", versichert der Bürgermeister. "Wenn es immer Stück für Stück voran geht, dann sind alle motiviert, weiter zu machen", weiß Preetz, der als Ortsteilbeauftragter die Fäden beim Dorfhausprojekt in seinen Händen hält.

Während die ältere Generation im Haus sitzt, plaudern die jüngeren draußen an den Stehtischen. "Wir haben nur brave Kinder", beteuert der Bärtige und verteilt Süßes. Auch wenn die älteren Herrschaften sicher schon einiges auf dem Kerbholz haben, gibt es für sie Hochprozentiges vom Weihnachtsmann. Außerdem ist die Nachfrage nach geräucherten Forellen groß. Die Fische, die zuvor in der Milde schwammen, hatte der Angler Sebastian Preetz in Gardelegen gekauft, ausgenommen und gemeinsam mit seinem Freund David Viererbe in einem Ofen geräuchert. Dass diese Forellen eine Delikatesse sind, wissen die Elsebecker schon lange. Und auch die Gäste aus Berenbrock und Lössewitz fahren lange nach Einbruch der Dunkelheit nicht ohne Forellen nach Hause.