Wohin geht der Weg der Schulentwicklung bei den Grundschulen der Einheitsgemeinde? Mit einer Informationsvorlage der Stadtverwaltung für die Stadtratssitzung am Dienstag werden Grundlagen für eine Diskussion zum Thema gelegt.

Oebisfelde-Weferlingen l Wenn am Dienstag, 16. Dezember, der Stadtrat von Oebisfelde-Weferlingen zu seiner letzten Sitzung in diesem Jahr im Weferlinger Haus der Generationen und Vereine zusammentritt, wird es unter anderem um die Schullandschaft in der Einheitsgemeinde gehen. Ein Thema, das derzeit viele Gemüter erhitzt. Vor allem der umfassende Sanierungs- und Erweiterungsbedarf für die Weferlinger Grundschule gibt Anlass zur Diskussion.

Die vier Grundschulstandorte, zwei in Oebisfelde, in Rätzlingen und Weferlingen sind die Schülerzahlen in den kommenden Jahren stabil, so dass alle vier Standorte erhalten bleiben können. Doch der Investitionsbedarf stellt sich derzeit recht unterschiedlich dar.

Während die Grundschule "Drömlingsfüchse" in Oebisfelde bereits nachhaltig saniert und in diesem Jahr fertig übergeben werden konnte, gibt es für die Grundschule "An der Aller" in Oebisfelde zwar Bedarf für vorrangig energetische Maßnahmen und ein Energiesparkonzept, aber noch keine Angaben zur Kostenhöhe.

Für den Grundschulstandort Weferlingen wurde mit Blick auf das Förderprogramm Stark III bereits ein Planungsbüro mit dem Schätzen des Investitionsbedarfs beauftragt. Das Ergebnis: rund 1,7 Millionen Euro. Die Stadtverwaltung geht in ihrer Informationsvorlage für den Stadtrat am Dienstag davon aus, dass der dringende Sanierungsbedarf in den Jahren 2016 und 2017 abgearbeitet werden sollte. Weiteres dringendes Problem ist der desolate Sanitärteil im Hauptgebäude der Schule.

Allerdings haben Lehrer und Elternvertreter der Stadtverwaltung in einer Stellungnahme schriftlich mitgeteilt, dass - wie derzeit eine mögliche Variante vorsieht - ein Anbau an das Hauptgebäude der Schule nicht den aktuellen Anforderungen an modernes Lernen und Lehren entsprechen würde.

Nicht zuletzt aus diesem Grund wird es künftig weiter darum gehen, mehrere andere Varianten zu prüfen, wie einen kompletten Schulneubau am Standort Weferlingen, eine Sanierung und künftige Beschulung in der alten Walbecker Schule oder gar eine Umstrukturierung des Schul-einzugsgebietes unter Auslastung vorhandener Kapazitäten, wie es in der Diskussionsvorlage heißt.

Sanierungsbedarf besteht am Grundschulstandort Rätzlingen. Neben der energetischen Sanierung geht es vor allem um eine Sicherung der Dachkonstruktion sowohl am Haupt- als auch am Nebengebäude der Schule. Hierbei ist ebenso eine Stark-III-Förderung vorgesehen. Derzeit wird der Kostenaufwand mit rund 760000 Euro angegeben. Realisierungszeitraum vorbehaltlich der Genehmigung der Förderung soll das Jahr 2019 werden.

Einer Diskussion und Meinungsbildung im Stadtrat, in den Fraktionen und den Ausschüssen sowie mit der Stadtelternvertretung müssen Entscheidungen zu den Standorten und Investitionen folgen, die nicht mehr auf die lange Bank zu schieben sind.

Vor allem geht es um die Finanzierbarkeit der Investitionen im Einklang mit der Schulentwicklungsplanung, um den Kindern optimale Lernbedingungen anbieten zu können, die den modernen Bildungsmethoden entsprechen.

Die Bedingungen für die nächste Förderperiode von Stark III stehen noch nicht genau fest, doch schon jetzt müssen die entsprechenden Beantragungen erfolgen. Das Land Sachsen-Anhalt sammelt den Bedarf, der für die Investitionen der kommenden Jahre richtungweisend sein soll.

Deshalb ist eine sachliche Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt mehr als angebracht.