Ein Wolf mit besonderen Fähigkeiten, ein tapferes Schneiderlein, das bildhübsche Rotkäppchen und andere zauberhafte Wesen haben bei der Märchenaufführung im Velsdorfer "Haus Isernhagen" das Publikum begeistert. Das Märchen war der Höhepunkt des Weihnachtsmarktes, den die Vereine des Ortes organisiert haben.

Velsdorf l Was ist los im Velsdorfer Wald? Schäfer (alias Siegfried Dörheit) hat Angst um seine Wollköpfe. Das Häschen Wackelschwanz (Anne-Sophie Garche) hoppelt zitternd herum, als ob der Teufel hinter ihr her sei. Märchenerzählerin (Anke Dittrich), die als Schulmädchen verkleidet ist, beginnt im Bürgerhaus von den seltsamen Geschehnissen zu berichten.

Das Rotkäppchen (Bianca Krause) ist auf dem Weg zur kranken Großmutter Minimaus (Claudia Klengler). Der Wolf Isegrim (Renè Garche) möchte das Mädchen begleiten. Sie lehnt ab und bleibt skeptisch: "Graue schlaue Eminenz, ich leide doch nicht an Demenz." Doch auf charmante Art gibt er sich als Hausarztvertretung Doktor Pille aus und darf wegen des Ärztemangels mit zur Oma. Sie treffen auf Hänsel und Gretel (Silke und Norbert Grothe): "Wir waren bei der Hexe im Wald, doch die ist bestimmt schon kalt". Das tapfere Schneiderlein (Dirk Schmidt) hat einen Nebenjob als Dorfschulmeisterlein in Calvörde. Er verrät, dass er mit seinem Prügelstock und so mit der Pädagogik der schon längst vergangenen Zeit auch Siegfried Dörheit und andere Buben Benehmen eingebläut hat.

"Ja, im Wald da sind die Räuber, halihalo die Räuber , doch wir haben keine Angst", singt die märchenhafte Schar und die Gäste im Saal stimmen vergnügt mit ein.

"Hilfe der Wolf ist da, der will mich fressen mit Haut und Haar", jammert die Oma. Doch der behaarte Hausarzt versichert: "Keine Angst, ich will dich untersuchen, erst dann gibt es Wein und Honigkuchen." Der Wolf ist erstaunt: "Großmutter, warum hast du so einen großen Mund?" Die Oma antwortet: "Ich war zum Lifting - das ist der wahre Grund." Die Diagnose lautet: "Etwas klapprig - aber sonst ist die alte Dame noch ganz gesund."

Der Jäger (Matthias Berninger) und Rotkäppchens Mutter (Sandra Schmidt) kommen, um dem Wolf den Garaus zu machen. Doch alle sitzen gemütlich auf Großmutters Bettrand beieinander. "Ist der Wolf nun harmlos oder eine Plage?", fragt die Mutter das Publikum. Die Kinder wissen, dass der Velsdorfer Wolf harmlos und lieb ist. Und die Moral von der Geschichte ist: "Der Wolf hat in Velsdorf zwar noch kein Zuhause. Doch wenn es irgendwann wirklich so ist, dann machen die Jäger eine Sause."

Tosenden Beifall gibt es vom Publikum. Sylvia Dörheit erklärt: "Wir sind froh, dass wir unser Team etwas verjüngen konnten. Es ist schön, dass auch die Jugend Interesse am gemeinschaftlichen Leben zeigt."

Ein Lob geht an alle Mitwirkenden auf der Bühne und an die, die im Hintergrund in Aktion sind, wie Silke Hampel, Conny Schmidt, Ralf Klengler und Sylvia Dörheit.

Siegfried Dörheit bedankt sich als Velsdorfs Ortsteilbeauftragter im Besonderen mit Blumen bei Helga Richter, aus deren Feder das Märchen stammt.

Im Namen der örtlichen Feuerwehr, des Schützenvereins und der Sportgemeinschaft Velsdorf/Mannhausen wünscht Silvia Dörheit allen Gästen eine schöne Adventszeit und viel Spaß auf dem Weihnachtsmarkt. Spenden, die die Zuschauer geben, sind für den Kauf eines neuen Gerätes für den Spielplatz gedacht.

"Es war ein wunderschönes Märchen und eine eigenartige Version. Die Brüder Grimm wären - wenn sie zugeschaut hätten - sicherlich etwas durcheinander gekommen. Aber das macht das Stück ja so lustig und spannend", schwärmt Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliephake. Als König der Gemeinde Calvörde hebt er hervor, dass fast das ganze Dorf zugeschaut hat. Damit wäre die Märchenvorführung auch ein Stück Weihnachtsbotschaft.

 

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