2014 haben die Haldensleber Standesbeamtinnen 266 Geburten beurkundet. 20 mehr als im Vorjahr. Damit hält sich der positive Trend, der schon in den vergangenen Jahren festgestellt werden konnte. Eltern stehen nach der Geburt eines Kindes vor der schwierigsten aller Fragen: Welchen Namen soll der Nachwuchs tragen?

Haldensleben l Brigitte Schulze und Sabine Herbst, die Standesbeamtinnen der Stadt Haldensleben, haben im vergangenen Jahr 266 Geburten (126 Mädchen und 140 Jungen) beurkundet. Im Vergleich: 2013 wurden 246 Neugeborene registriert.

2014 bekamen sieben Mädchen den Namen Marie. Damit führt Marie weiter die Hitliste an. Schon in den 1890er Jahren war das so. Zwischen 1950 und 1960 wurde allerdings kaum ein Baby Marie genannt. Die Häufigkeit des Namens Marie ist übrigens sehr ähnlich mit dem Namen Sophie. Beiden gemeinsam ist auch, dass sie besonders gern als zweiter Teil eines Doppelnamens genommen werden.

Seit Jahren thront auch Lena oben auf dem Siegertreppchen. Sechs Mal haben 2014 Eltern ihren Nachwuchs so genannt. Hanna steht mit vier Beurkundungen auf den dritten Platz. Jeweils drei Mal wurde Sophie und Sophia registriert. Sie lagen schon seit 2009 auf der Beliebtheitsskala ganz vorn. Der Name Sophia stammt aus dem Griechischen. Sophia bedeutet "Weisheit". Auch jeweils drei Mal nannten frischgebackene Eltern ihre Töchter Joleen, Lara, Lina und Magdelena. Der Mädchenname Mia stand 2013 noch auf dem Siegertreppchen, während der Name nun nur noch zwei Mal vergeben wurde.

Auch bei den Jungen hat sich wenig geändert. Dort haben nach wie vor Elias, Felix und Maximilian mit jeweils fünf Beurkundungen die Nasen vorn. Jeweils vier Jungen haben den Namen Joel, Leon und Lukas bekommen. Auch Ben, Emil, Karl, Noah und Alexander liegen noch voll im Trend. Auch für diese Namen entschieden sich jeweils drei Elternpaare.

94 Kinder haben zwei Vornamen bekommen. 13 Mädchen und Jungen schmücken sich mit drei Vornamen. Ein Kind ziert sich gleich mit mehr als drei Vornamen.

Zu den ungewöhnlichen Namen zählen wohl bei den Mädchen Abbygail, Tahir, Thora und Ylaine sowie bei den Jungen Rio, Sarbel, Thorin, Tyrone und Jayce. "Bei außergewöhnlichen Namen können wir nachforschen, ob wir als amtliche Behörde diese Vornamen anerkennen dürfen", erklärten Brigitte Schulze, die seit 1983 im Standesamt tätig ist, und Sabine Herbst, die seit Ende 1984 dort arbeitet. "Wir haben mit dem Blick in die Statistik festgestellt, dass es auch schon früher - um 1900 - außergewöhnliche Namen gab", blickte Brigitte Schulze zurück.

Das Namensfindungsrecht läge bei den Eltern des Kindes. Bei Namen, bei denen das Geschlecht nicht eindeutig ist, raten die Standesbeamtinnen, einen eindeutigen Zweitnamen zu wählen. "Die Wahl des Vornamens ist offener geworden", zogen die Standesbeamtinnen Bilanz. "Kurze Namen, wie Pia, Ida, Evi, Ole, Tom, Max, Jan und Ede, sind nach wie vor beliebt", sagte Brigitte Schulze.

Auch traditionelle Namen wie Käthe, Greta, Siegrid, Walter, Richard, Franz, Heinz und Wilhelm wurden 2014 vergeben. Diese Namen sind oft die Vornamen der Großeltern und werden als Zweitname genutzt.

"Bei ausländischen Namen können wir uns auch an die deutsche Botschaft des betreffenden Landes wenden", sagte Brigitte Schulze. Erst vor kurzem hatten die Beamtinnen Eltern aus Bosnien-Herzegowina, die ihren Sohn Mirel genannt haben. "Meist - wie auch in diesem Fall - vertrauen wir darauf, dass sich die Eltern hinreichend in ihrem Land über die Anerkennung des Namens informiert haben", erklärte die Standesbeamtin.

Wenn jemand etwas über die Bedeutung eines Vornamens erfahren will oder sich nicht sicher ist, ob der Name anerkannt wird, helfen die Standesbeamtinnen. Für alle künftigen Eltern, die noch nicht wissen, wie sie ihren Nachwuchs nennen wollen, stehen Bücher oder Internet-Adressen zum Nachschauen zur Verfügung.