Die Kreisstadt Haldensleben hat im vergangenen Jahr erstmals seit der Wende mehr Einwohner gewonnen als verloren. Zum 31. Dezember 2014 waren 19789 Männer, Frauen und Kinder in Haldensleben und den Ortsteilen gemeldet.

Haldensleben l Allen demografischen Prognosen zum Trotz hat Haldensleben im vergangenen Jahr eine positive Entwicklung in Sachen Einwohnerzahl aufzuweisen. "Erstmals seit der Wende glich der Zuzug die Differenz von Geburten und Sterbefällen mehr als aus. Von 19660 auf 19789 Einwohner stieg die Zahl von Jahresbeginn bis Ende 2014", verkündet Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann.

Stadtgebiet gewinnt die meisten Einwohner

"Den größten Zuwachs verzeichnete dabei naturgemäß das Gebiet der Kernstadt", so Zimmermann weiter. Für 123neue Erdenbürger sind im Stadtgebiet Haldensleben die Bettchen aufgestellt worden, wogegen die Zahl der Sterbefälle bei 261 liegt. 747 Haldensleber haben im vergangenen Jahr der Kreisstadt den Rücken gekehrt. Dagegen konnten allerdings 1023 Neu-Bürger begrüßt werden, die es von außerhalb nach Haldensleben gezogen sind.

Bei den Geburten liegt Althaldensleben mit 22 vorn, gefolgt von der Altstadt mit 21 und Süplinger Berg mit 17. Aufgrund von Sterbefällen hatte ebenfalls Althaldensleben mit 60 den größten Einwohnerverlust zu beklagen. 50 Todesfälle gab es im Bereich Klingteich, zu dem auch das Altenpflegeheim am Lerchenweg gehört. Mit 31 beziehungsweise 22 Sterbefällen folgen die großen Haldensleber Wohngebiete Süplinger Berg und Rolandviertel.

Die größten Fluktuationen bei den Zu- und Wegzügen weisen das Wohngebiet Süplinger Berg (306 Zuzüge; 259 Wegzüge) und das Gebiet zwischen Bahnübergang Hagenstraße und dem Mittellandkanal (178; 74) - die sogenannte Kanalvorstadt - auf. In allen anderen Gebieten hielten sich Zu- und Fortzüge in etwa die Waage.

Entwicklung in den Ortsteilen konstant

Den höchsten Einwohnerstand in der Kernstadt hatten zum Stichtag 31. Dezember 2014 Althaldensleben mit 2802 Männern, Frauen und Kindern aufzuweisen. Dahinter tummeln sich der Süplinger Berg mit 2417, das Rolandgebiet mit 1725 sowie die Altstadt mit 1626Bewohnern.

In den Ortsteilen blieben die Einwohnerzahlen in etwa konstant, wobei Hundisburg mit einem leichten Zuwachs punkten kann. Hier konnten zum Jahresende 11 Einwohner mehr als zu Jahresbeginn gezählt werden. Dafür ausschlaggebend sind mehr Geburten (10) als Todesfälle (8) sowie mehr Zuzüge (44) als Wegzüge (35).

Auch Wedringen kann auf mehr Geburten (4) als Sterbefälle (3) verweisen. Das Einwohnerplus wird allerdings wieder von 40 Wegzügen gegenüber 39 Zuzügen "aufgefressen", so dass die Einwohnerzahl übers Jahr betrachtet konstant bei 548 lag.

Den höchsten Einwohnerverlust unter den Ortsteilen muss Süplingen hingegen verzeichnen. Das Minus kommt vor allem durch die 36 Wegzüge zustande, denen lediglich 26Zuzüge gegenüberstehen. Die Zahl der Geburten mit 9gleicht die der Sterbefälle (10) fast aus.

Deutlich mehr Sterbefälle (12) als Geburten (3) gab es im vergangenen Jahr in Uthmöden. Dagegen konnte der Ortsteil aber mit mehr Zu- (26) als Wegzügen (18) glänzen und verlor insgesamt nur einen Einwohner.

Migranten machen größten Zuzug-Anteil aus

Bemerkenswert bei der Einwohnerentwicklung 2014 ist laut Stadtpressesprecher Zimmermann, dass die Wanderungsbilanz unter deutschstämmigen zwar auch positiv sei, der größte Teil des Zuzuges indes von Migranten ausgehe. In einer ersten Reaktion begrüßt Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler (CDU) diese Entwicklung: "Dass unser Land überaltert und dieses landauf, landab - von ganz wenigen Wohlstandsinseln und Metropolen einmal abgesehen - zu sinkenden Einwohnerzahlen führt, ist eine unumstößliche Tatsache. Also kann und wird nur Zuwanderung diesen Prozess mildern können. Was wir brauchen, im Großen wie im Kleinen hier vor Ort, ist eine aktive Integration der Menschen, die zu uns kommen."