Nach der Millionen-Investition in neuen Wohnraum im vergangenen Jahr plant die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) "Roland" auch für 2015 Ausgaben in siebenstelliger Höhe. Das Geld soll überwiegend in den Bestand fließen.

Haldensleben l In genau zwei Wochen, am 25. Februar, sollen die ersten Mieter in ihre neuen Wohnungen an der Haldensleber Schulstraße 10 einziehen können. Wolfgang Kaiser, Vorstandsmitglied der WBG "Roland", ist überzeugt, diesen Termin auch halten zu können. Bis dahin seien die Restarbeiten, die für dieses Jahr mit knapp 450000 Euro veranschlagt worden sind, erledigt, meint er. Gut 1,3 Millionen Euro sind bereits im vergangenen Jahr in dieses Neubauprojekt mit seinen zwölf Wohnungen geflossen, womit es für die WBG die größte Investition im Jahr 2014 war.

Auch für den anderen Neubau der Genossenschaft, der sich in direkter Nachbarschaft an der Rottmeisterstraße befindet, sind im vergangenen Jahr noch einmal rund 333000Euro für Restarbeiten eingesetzt worden. "Zum 1. April war der Wohnblock dann voll belegt", blickt Kaiser zufrieden zurück. Sowohl mit dem Neubau an der Rottmeister- als auch mit dem an der Schulstraße hat die WBG seiner Ansicht nach aufs richtige Pferd gesetzt: "Bei beiden Bauvorhaben war die Nachfrage nach den Wohnungen größer als das Angebot."

Leerstandsquote liegt bei unter fünf Prozent

Auch sonst kann sich das WBG-Vorstandsmitglied über Leerstand kaum beklagen. "Wir haben eine Quote von unter fünf Prozent", betont Wolfgang Kaiser stolz. Als Grund dafür sieht er vor allem die Investitionen in den Bestand. Rund 1125 Wohnungen nennt die Genossenschaft ihr Eigen. Auf deren Sanierung und Modernisierung wird großer Wert gelegt. So sind im vergangenen Jahr rund 155000 Euro in die "Klagemauer" an der Köhlerstraße geflossen, wo die Genossenschaft gemeinsam mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft die Balkone und Fassaden erneuert hat.

Auch 30 Bäder hat die WBG 2014 modernisieren lassen - für etwa 150000 Euro. "Für uns ist es wichtig, dass wir den Mietern qualitativ hochwertigen Wohnraum zur Verfügung stellen", unterstreicht Kaiser den "Roland"-Leitgedanken. Daher werden ältere Wohnungen generell von Grund auf saniert, wenn sie freigezogen sind.

Besonders im Rolandviertel werden dabei auch die Zuschnitte verändert. "Aus 2,5- machen wir 2-Raum-Wohnungen, die dadurch größer und luftiger wirken", erklärt er. Allein dafür wurden im Rolandviertel im vergangenen Jahr 206000 Euro in 22Wohnungen investiert. Für rund 119000 Euro haben 20Wohnungen auf dem Süplinger Berg nach ihrem Freizug eine grundlegende Schönheitskur spendiert bekommen. "Diese Investitionen machen sich bezahlt", ist Kaiser angesichts der geringen Leerstandsquote überzeugt. Insgesamt 2,6 Millionen Euro hat die WBG im vergangenen Jahr investiert.

Für 2015 sieht der Investitionsplan immerhin eine Summe von 2,12 Millionen Euro vor. "Größter Posten wird der Neubau von Balkonen an den beiden Wohnblöcken Rottmeisterstraße 31 bis 41. Die haben nämlich noch keine", sagt Wolfgang Kaiser. Für die Wiederherrichtung von Wohnungen nach Leerzug sind 330000Euro vorgesehen, für die Bädersanierung 120000Euro.

Neue Stellplätze, Fassaden und Brüstungen

Für insgesamt 100000Euro - davon sind 30000 Fördermittel - sollen im Rolandviertel 20neue Stellplätze für die Mieter entstehen. Auf dem Süplinger Berg sind neben der Erneuerung von fünf Hauseingangsbereichen für zusammen 60000 Euro auch die Erneuerung von Balkonbrüstungen und Fassaden am Wohnblock Vor der Teufelsküche 1 bis 27 vorgesehen. "Zu dieser Maßnahme, die etwa 350000 Euro kosten wird, haben wir uns kurzfristig entschieden", so Kaiser. Sie soll sukzessive in den kommenden Jahren auf dem Süplinger Berg fortgesetzt werden.

Voraussetzung für die geplanten Millionenausgaben ist aber deren Genehmigung durch den Aufsichtsrat. "Er kommt am 18. Februar zusammen, und ich bin überzeugt davon, dass er den Investitionsplan bestätigen wird", meint Wolfgang Kaiser.