Ein Haldensleber Koch hat drei Sterneköche mit seiner Leistung überzeugen können. Sascha Oldenburg ist bei der Fernsehkochshow "Game of Chefs" eine Runde weiter.

Haldensleben l Entspannt kann sich der Haldensleber Sascha Oldenburg heute Abend zurücklehnen und zuschauen, welche Kandidaten bei der Kochshow "Game of Chefs" bei VOX ihm in die nächste Runde folgen. Da die Sendung aber bereits aufgezeichnet wurde, weiß er, wer auf der Strecke bleibt und wer nicht. Und auch, wer am Ende das Preisgeld von 100000 Euro einstreichen wird. Nur verraten darf Sascha Oldenburg nichts.

In der vergangenen Woche hat sich der 27-Jährige eine Runde weiter gekocht, die Sterneköche Christian Lohse, Christian Jürgens und Holger Bodendorf mit seiner Variation von Pflaume und Nuss überzeugt. Damit hat er die Bewerbungsrunde hinter sich gelassen und nimmt nun am eigentlichen Koch-Wettkampf teil: Jeder der drei Spitzenköche stellt sich seine Kochmannschaft zusammen, um eine 14-köpfige Jury zu beeindrucken.

Oldenburg hat gute Chance, bei Christian Jürgens zu landen. "Das ist in meinem Team der nächste Chefpattisier", fordert Jürgens die Künste des Haldenslebers an Herd und Backofen schon nach der Verkostung von Pflaumen und Nüssen für sich ein. Jürgens leitet das Seehotel "Überfahrt" in Rottach-Egern am Tegernsee und ist einer von elf Köchen in Deutschland, die gleich drei Michelin-Stern tragen dürfen. Und daher merkt er schnell, dass "das hier kein Amateur gekocht hat". Sein Teller ist auch als erster blitzeblank geputzt.

Dass Sascha Oldenburg sein Handwerk professionell beherrscht, bleibt auch den anderen beiden Sternenköchen nicht verborgen. Schon bei der Zubereitung toppt der Haldensleber die vorgegebene Zeit, bleibt mit 50 Minuten unter dem maximal-Limit von 60 Minuten. Obwohl er durchaus ein wenig ausgeregt ist: "Es ist eine Ehre, für diese drei Köche zu kochen. Wann kocht man denn schon mal für sechs Sterne?"

"Ein extrem guter Fachmann, der zudem noch mit regionalen Produkten gearbeitet hat. Das finde ich sensationell", lobt Christian Lohse (zwei Michelin-Sterne) die Leistung des Haldenslebers. Der hatte für sein Gericht extra eine Pflaumensorte aus seiner Heimat gewählt, um einen kulinarischen Eindruck zu hinterlassen

Mit Erfolg - er räumt in der Show alle drei Messer ab. Jeder Sternekoch signalisiert mit seinem Messer, ob ein Kandidat weiterkommt. Für die nächste Runde braucht jeder Teilnehmer zwei davon. "Absoluter Wahnsinn, von ,Sechs Sternen` solch ein Lob zu bekommen", freut sich der Haldensleber nach dem Urteil.

In die Kritik gerät Oldenburgs Kreation dennoch, und zwar bei allen drei Sternenköchen: Ihnen sind die Portionen einfach viel zu klein. "Ich will einfach mehr essen. Ein Dessert, das lecker schmeckt, davon hätte ich gern noch einen zweiten oder dritten Löffel. Diese Erbsenzählerei ist vorbei, das ist ein Relikt der Nouvelle Cuisine. Heute muss ein Teller wolllüstig sein, sexy", macht Christian Lohse deutlich. "Da kommt so ein kräftiger Kerl wie Du es bist, selbstbewusst ohne Ende - und dann machst Du so´n Mädchenteller", setzt Holger Bodendorf (ein Stern) noch einen drauf.

Auch wenn Sascha Oldenburg mit 16 Jahren seine Ausbildung zum Koch begann, die Grundlagen hat er schon als kleiner Junge serviert bekommen. Bereits als Dreijähriger habe er seiner Uroma in der Küche aufmerksam auf die Finger und in die Töpfe hinein geschaut. Mittlerweile hat er es zum Küchenmeister und auch zum Ausbilder im Magdeburger Hotel "Ratswaage" gebracht.

Darüber hinaus sind Wettbewerbe für den jungen Mann nichts Neues mehr. An mehr als 60 - auch auf internationalem Niveau - hat er teilgenommen, viele gewonnen. Eine Fernsehkochshow ist trotzdem etwas Besonderes, und so gibt sich Sascha Oldenburg im Vorfeld auch bescheiden: "Ich komme hierher, habe nichts zu verlieren, lerne drei der renommiertesten Köche von Deutschland kennen. Mal gucken, wie weit man kommt."

Oldenburgs nächsten Einsatz vor der Kamera können die Zuschauer in der nächsten Woche mit verfolgen. Am Dienstag, 10. März, flimmert der Wettbewerb, den jeder der drei Sterneköche mit seinem Team gewinnen möchte, über die Mattscheibe.