Philipp Schmidt will Regisseur werden. Von klein an arbeitet der heute 23-jährige Hundisburger auf dieses Ziel hin. Dabei probiert er sich bei verschiedenen Arbeiten vor und hinter der Kamera aus. Und er dreht gern in seiner Heimatregion.

Hundisburg l Seinen ersten Film hat Philipp Schmidt als Sechsjähriger gedreht. Da hat er Lego-Ritter kämpfen lassen, hat sie immer wieder verrückt, neue Szenen aufgenommen, immer wieder verrückt, neue Szenen aufgenommen, und er hat ihnen auch seine Stimme gegeben. Als 14-Jähriger begann er an Wochenenden und in den Ferien an einer Berliner Schauspielschule Unterricht zu nehmen. "Meine großen Geschwister haben in Potsdam studiert, so war das für mich möglich", sagt der 23-Jährige und ergänzt: "Ich habe enorm viel Unterstützung aus der Familie bekommen."

Von klein an hat ihn alles interessiert, was mit dem Filmen zu tun hat - vor und hinter der Kamera. Dabei ist es geblieben. Heute spielt er Nebenrollen in Filmen, zum Beispiel einen Grenzoffizier in dem mit einem Bambi prämierten Film "Bornholmer Straße" oder in einer deutsch-kanadischen Kinoproduktion, hat für eine ZDF-Serie ein halbes Jahr hinter der Kamera mitgearbeitet, übernimmt Arbeiten und Rollen bei Kurzfilmprojekten. Es muss eben nur mit Film zu tun haben.

Theater liege ihm nicht so, erklärt der Hundisburger. Beim Film sei das anders. "Alle Arbeit, die man reinsteckt, ist gebannt, anders als beim Theater. Man kann es sich wieder ansehen", sagt er. Philipp Schmidt hat zunächst in Magdeburg Germanistik und europäische Geschichte studiert, war dann zu moderner Medienkommunikation gewechselt.

Jetzt studiert er in Berlin Film mit dem Schwerpunkt auf Regie und Stoffentwicklung. Das deckt alle Bereiche des Films ab, erklärt der angehende Regisseur. Bis er den Bachelor in der Tasche hat, gehen noch ein paar Jahre ins Land. Zeit, in der er durchaus konsequent auf sein Ziel hinarbeitet.

Philipp Schmidt setzt neben der Theorie auf die Praxis, auf die Umsetzung eigener Ideen. Einiges davon hat er in der Region um seinen Heimatort bereits verwirklicht. "Die Menschen hier sind sehr aufgeschlossen", freut er sich. Des weiteren ist ihm wichtig, die Region bekannter zu machen und die vielen schönen Orte in Filme mit einzubinden. Der Student hat zum Beispiel einen Trailer für die Internationale Sommermusikakademie Hundisburg gedreht.

Für einige Musikvideos schrieb er die Drehbücher und führte Regie, so unter anderem für die Band "In My Days". Die Vorlage ist der Song, wie der bebildert werden kann, müsse überlegt werden, erläutert er. Dazu wird ein Drehbuch entwickelt, ein Text geschrieben. Texte werden in Bildern aufgelöst, Drehorte gesucht, Drehgenehmigungen eingeholt, Technik organisiert.

Etwa zehn Mann gehören zum Team für einen solchen Dreh, vom Kameramann über den Beleuchter bis hin zu Maske und Kostüm. Das alles zu organisieren, Ideen filmisch umzusetzen, darauf hat er Lust. "Das ist Leidenschaft", meint Philipp Schmidt. So kreiert er eigene Welten, schreibt Texte, entwickelt Handlungen und konstruiert die Visualität der Filme. Er mag mehr Fiktionales. Dokumentarisches liegt ihm weniger. Obwohl, ganz abgeneigt sei er nicht, überlegt er.

Zwei eigene Kurzfilmprojekte hat er für dieses Jahr ins Auge gefasst. Eins wird allerdings noch warten müssen, denn dazu braucht er Schnee, viel Schnee, das wird wohl jetzt nichts mehr werden. Die Kurzgeschichte spielt an der Ostfront im Zweiten Weltkriegs. Einen Drehort zu suchen, wo es die dafür nötigen Schneemengen gibt, wird zu aufwendig, ist sich Philipp Schmidt sicher. Er würde es gern hier in der Region drehen, deshalb muss dieser Film warten, bis genug Schnee liegt.

Im Frühjahr will der Hundisburger mit einem Thriller beginnen. Wie lang der wird, ist noch offen, auch zum Inhalt hält er sich noch bedeckt. Solche Projekte leben von Kontakten zu den Menschen in der Branche, denn sie verfügen oft nur über ein kleines Budget. Das feste Filmteam, mit dem Philipp Schmidt zusammenarbeitet, kommt immer wieder gern aus Berlin nach Hundisburg und Umgebung.

   

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