Auch wenn noch einige Zeit ins Land gehen wird, ehe die Hödinger Kirche wieder genutzt werden kann, schon jetzt gibt es viele Ideen, um die Arbeiten zu unterstützen. So sollen die Sterne an der Holzdecke symbolisch veräußert werden.

Hödingen l Der Sternenhimmel im hölzernen Tonnengewölbe mit rund 800 Sternen tritt im Zuge der Sanierung der Hödinger Kirche schrittweise wieder deutlich hervor. Einzelne Elemente wie Engel oder Rosen sind schon wieder zu erkennen.

Doch die Arbeiten zur Sanierung werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Zunächst wurden lediglich einige Bretter ausgewechselt, denn das tonnenschwere Dach hatte das Gewölbe teilweise rund 30 Zentimeter heruntergedrückt. Pfarrerin Esther Spenn zeigt auf die hintere Seite der Decke, wo deutlich zu sehen ist, wo sie abgesackt und nun wieder angehoben worden war. Doch im Zuge dieser Arbeiten konnten die Fachleute erste Malereien unter der Oberschicht freilegen.

Da die Arbeiten an Dach und Fassade deutlich mehr Zeit in Anspruch nahmen, werden sich die Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten noch längere Zeit hinziehen, doch die kleine Hödinger Kirchengemeinde bleibt rührig und ist mit Unterstützung des Fördervereins der Johanniskirche zu Hödingen stets darum bemüht, auch finanziell für einen Fortgang zu sorgen.

Die Idee mit der Veräußerung der Kirchenbänke will sicher aufgrund des stolzen Preises von 1500 Euro pro Bank von jedem Spender gut überlegt sein. Familien, Vereine, ganze Straßenzüge oder andere Gruppen könnten sich zusammentun.

Doch die Idee, die Sterne am Tonnengewölbe zu veräußern, dürfte auf mehr fruchtbaren Boden treffen. Die genaue Sternenanzahl ist gar nicht bekannt, doch es sind um die 800 Stück, wissen die Mitglieder des Kirchengemeinderates. Zum Preis von 50 Euro kann sich jeder seinen persönlichen Stern reservieren. Die ersten sind bereits versprochen, sagt Karin Schöttner vom Gemeindekirchenrat. Sie selbst hat schon drei Sterne im Visier, die sie ihren drei Enkeln widmen möchte.

Ernst-Hermann Thormeyer verfolgt den Fortgang der Arbeiten genau. Er hat umfangreiches Material zur Kirchengeschichte und zu den Bauarbeiten gesammelt und aufbewahrt. Jeder neue Schritt wird von ihm dokumentiert.

Pfarrer Esther Spenn legt Wert auf eine funktionelle Gestaltung. "Wir wollen uns den modernen Gegebenheiten anpassen, also sehen, wo unsere Kirche noch als Veranstaltungsort einspringen kann", sagt sie. Mehr Platz, flexiblere Bank- und Stuhlreihen ermöglichen eine größere Nutzungsvielfalt. Darauf bauen die Hödinger.

Ihr Gotteshaus soll nicht nur sonntags zum Gottesdienst mit Leben erfüllt sein. Die Idee, die Kirche für Radfahrer auf den Radwanderrouten der Aller und zwischen Aller und Elbe zu öffnen, belebt die Möglichkeiten. Als Zwischenstation und Raststätte bietet sich das Gelände auf dem kleinen Hügel in der Ortsmitte förmlich an. Konzerte, Vorträge und andere Veranstaltungen könnten organisiert werden.