An jedem Dienstagabend wird in der Turnhalle der Gebrüder-Alstein-Schule getanzt. In der ersten Stunde trainieren die Jugendlichen, in der zweiten die Anfänger, in der dritten die Fortgeschrittenen. Ende September will der Tanzclub "Roland" mit dem Magdeburger Tanz-Sport-Club "Grün-Rot" die Landesmeisterschaften in der Ohrelandhalle ausrichten.

Haldensleben l Karin Günther hat den Dienstag fest für Haldensleben im Kalender. Die Trainerin des Tanz-Sport-Clubs "Rot-Grün" Magdeburg ist von Anfang an auch die Fachfrau für den Haldensleber Tanzclub "Roland". Der Tanzclub kann in zwei Jahren bereits seinen 25. Geburtstag begehen. Das unermüdliche Training, die Vereinsarbeit, zu der auch Geselligkeit gehört, zahlt sich aus. Zur Landesmeisterschaft in den Standardtänzen, die im September ausgetragen werden, können die "Roland"-Tänzer zwar kein Paar delegieren, dennoch setzen sie alles daran, gute Gastgeber zu sein.

"Wir richten die Landesmeisterschaft gemeinsam mit dem Magdeburger Tanz-Sport-Club aus", sagt Vereinsvorsitzender Gerd Kapischka. Allein würde der Verein das nicht schaffen, doch gemeinsam kann das große Ereignis im Tanzsport nach Haldensleben geholt werden. Am 26. und 27. September werden die besten Standardtänzer des Landes über das Parkett der Ohrelandhalle schweben. Wer Langsamen Walzer, Tango, Wiener Walzer, Foxtrott, Slowfox oder Quickstep formvollendet erleben möchte, sollte sich das Wochenende vormerken, empfiehlt Gerd Kapischka.

Wer selbst gern tanzen würde, der wäre auch einfach an einem Dienstagabend in der Turnhalle der Alstein-Schule richtig. Hier geht es langsam los. Ganz einfache Tanzschritte werden probiert, Schrittfolgen kombiniert, immer wieder von Anfang an. Da muss keiner gleich perfekt sein. Auch völlige Anfänger sind willkommen. "Wer Lust hat, sollte einfach mal reinkommen und sich das angucken. Einen Versuch ist es wert", sagt eine Tänzerin, ehe sie mit ihrem Mann wieder die nächsten Schrittfolgen probt.

Dienstags um 17.30 Uhr trainieren die Nachwuchspaare, um 18.30 Uhr beginnen die Anfänger, um 19.30 Uhr kommen die Fortgeschrittenen, doch die Übergänge sind fließend.

Lina Rebekka Große Wortmann und Sebastian Wolff tanzen noch eine Runde, bevor sie für diesen Abend Schluss machen. Beide besuchen das Professor-Friedrich-Förster-Gymnasium in Haldensleben. Lina ist bereits ein "Alter Hase" im Tanzsport. "Als ich sechs war, durfte ich endlich tanzen lernen", erinnert sie sich. Das ist sieben Jahre her, und damals hat sie noch in Magdeburg gewohnt. Als die Familie nach Haldensleben zog, wechselte sie zum Tanzclub "Roland" und hatte Glück, denn sie fand hier einen Tanzpartner.

Sebastian Wolff hat schon immer gern getanzt, anfangs aber eher Freestyle. Seine Mutter, die auch tanzt, hat ihn mit dem Gesellschaftstanz bekanntgemacht. Als er sich "Dirty Dancing" angesehen hatte, war für ihn klar, so wollte er auch tanzen können. Das ist "cool". Und beim Tanzclub fand der 15-jährige Flechtinger die Partnerin dazu. Vier Jahre tanzen sie schon zusammen, müssen jetzt aber eine Pause einlegen, denn Sebastian will für ein Jahr nach Amerika. Beide hoffen, dass sie in dieser Zeit mit anderen Partnern weiter trainieren können. Ein Turnier haben sie bereits gemeinsam bestritten. Jive und Samba mögen sie besonders gern.

"Beim Tanzen kann man sich richtig auspowern. Wenn man den ganzen Tag in der Schule war, bekommt man den Kopf frei", erzählt Lina. Sebastian sieht das ähnlich: "Das ist fast wie Kraftsport. Tanzen trainiert alle Körperteile." Und er ergänzt: "Andere spielen Fußball. Ich tanze."

Was Lina und Sebastian schon geschafft haben, ist auch ein Ziel für Lena Stramnov (9)und Joel Püschel (10). Sie tanzen seit einem Jahr zusammen, gehen in verschiedene Grundschulen in Haldensleben und haben sich erst beim Tanzclub kennengelernt. Lena hat bereits vor drei Jahren mit dem Tanzen begonnen und freut sich, dass sie nun mit Joel tanzen kann. Auch Joel kam aus eigenem Wunsch. Er wollte unbedingt tanzen.

 

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