Althaldensleben hat seit Dienstag ein eigenes Stadtteilbüro. Hier sollen die Fäden zusammenlaufen, um auszuloten, wie die Attraktivität des Stadtteils erhöht werden kann. Dafür stehen auch Fördermittel bereit.

Haldensleben l Jochen Heites "Schwarzmalereien" sollen lediglich Akzente im neuen Stadtteilbüro setzen und keinesfalls auf Althaldensleben abfärben, betont der Künstler bei der Eröffnung des Büros. Er hat seine Bilder leihweise zur Verfügung gestellt. "Es war mein Wunsch, sie in der Öffentlichkeit zu zeigen", versichert Heite.

Schwarzgemalt ist nämlich lange genug worden in Olln. "Althaldensleben hat lange Zeit mit seinem Status ,Stadtteil` zu kämpfen gehabt", erklärt Stadt-Dezernent Henning Konrad Otto. Weder von der Förderung des ländlichen Raums noch von der Städtebauförderung hat Althaldensleben in der Vergangenheit profitieren können - weil es genau zwischen allen (Förder)Stühlen saß. 20 Jahre lang, so blickt Otto zurück, seien Fördermittel an Althaldensleben vorbeigegangen.

Mit dem Förderprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" soll sich das nun ändern. "Es gibt ein Konzept für den Stadtteil Althaldensleben, und bis zum Jahr 2020 können wir hier Fördermittel verbauen, um die Defizite zu beseitigen", sagt der Dezernent. Dabei sollen Gewerbetreibende, Vereine, Träger der Wohlfahrtspflege, Bildungseinrichtungen und Bürger einbezogen werden. Otto setzt dabei auch auf das Engagement der Privateigentümer. "Sie sind derzeit noch ein wenig zurückhaltend. Aber mit dem Förderprogramm können sie aus 1 Euro wenigsten 4 Euro machen", wirbt er um aktive Mitarbeit.

Genau dabei soll das Stadtteilbüro helfen. Zweimal im Monat - immer am zweiten und vierten Dienstag - steht die Bürotür im Innovationszen- trum offen und Sebastian Lopitz den Ollnern als Ansprechpartner zur Verfügung. Gemeinsam soll ausgelotet werden, wie das Förderprogramm helfen kann, Althaldensleben attraktiver zu gestalten.

Als Grundlage dafür dienen die Erfahrungen, die Kai Reichelt als Quartiersmanager auf dem Süplinger Berg und im Rolandviertel gesammelt hat. Reichelt und Lopitz sind Mitarbeiter eines Büros für Stadtforschung und -planung in Berlin und betreuen im Auftrag der Stadt Haldensleben die Stadtteile. "Ich bin jetzt seit fünf Jahren in Haldensleben tätig, habe Althaldensleben aber bislang nur tangiert und noch nicht richtig hineingeguckt. Aber um Haldensleben zu verstehen, muss man Althaldensleben sehr gut kennen", ist Kai Reichelt überzeugt.

Er sieht das Stadtteilbüro auch als Ideenschmiede. "Vielleicht entdecken wir hier ja gemeinsam ein Potenzial, das auch die Althaldensleber selbst so gar nicht sehen", meint er optimistisch. Er weiß vom Süplinger Berg und vom Rolandviertel, dass es einige Zeit braucht, bis alles ins Laufen kommt. Projekte könnten diese Startschwierigkeiten abkürzen. "Wir hatten ja vor drei Jahren Schüler als Stadtteildetektive im Einsatz, die uns zeigten, wo noch etwas verbessert werden sollte. Bei einer Neuauflage dieses Projekts wird Althaldensleben auf jeden Fall mit einbezogen werden", versichert er.