Haldensleben (az) l Die wirtschaftliche Entwicklung Haldenslebens liegt Ralf W. Neuzerling besonders am Herzen. Bei der bevorstehenden Bürgermeisterwahl tritt er als Kandidat der FDP an. Neuzerling ist 59 Jahre alt und stammt gebürtig aus Steeden im hessischen Landkreis Limburg-Weilburg. Er studierte in Gießen und lebt seit 25 Jahren in Haldensleben. Als Jurist mit Befähigung zum Richteramt betreibt er eine eigene Kanzlei. Ralf W. Neuzerling ist verheiratet. Seine beiden Töchter sind in Haldensleben aufgewachsen.

Während seiner Schul- und Studienjahre arbeitete Neuzerling auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern mit. Das hat ihn bis heute geprägt. "Ich brauche etwas für die Hände", erklärt der 59-Jährige. So nutze er handwerkliche und hausmännische Arbeit gern als Ausgleich zu seiner Arbeit. Seinen letzten Traktor hat er vor vier Jahren verkauft. Ralf W. Neuzerling ist unter anderem Gründungsmitglied des Rotary Clubs Haldensleben. Außerdem war er einige Jahre Vorstandsvorsitzender des DRK-Ohrekreisverbandes. Er wurde bereits zweimal für die FDP in den Stadtrat gewählt. Darüber hinaus ist er Vorsitzender des neugegründeten FDP-Ortsverbandes "Ohre-Elbe".

Die Amtszeit des aktuellen Bürgermeisters Norbert Eichler betrachtet Neuzerling "letztlich positiv". Haldensleben habe nach der Wende einen guten Weg beschritten. Allerdings sei die wirtschaftliche Entwicklung "seit Langem ins Stocken geraten". Zwar sei es gelungen, große Unternehmen in die Stadt zu locken. "Aber die Wirtschaftsförderung liegt seit zehn Jahren brach." Um die großen Betriebe müsse man sich kümmern, damit sie weiter vor Ort bleiben. "Aber wir müssen auch kleine Händler und den Mittelstand fördern. Denn wenn wir nur an ein paar Großen hängen, werden wir die nächste Wirtschaftskrise nicht überleben."

Kindereinrichtungen und Schulen der Stadt seien vorbildlich und müssten weiter erhalten werden. Auch dem Freizeit- und Kulturangebot bescheinigt Ralf W. Neuzerling einen guten Zustand. Allerdings müsse es "durch gesteigerte Unterstützung und Freiräume für Vereine aller Art erweitert werden".

Ein weiterer wichtiger Punkt für ihn ist der städtische Haushalt. Dieser müsse "gesichert und gesteigert werden durch effizientere Verwaltung". Auch das Tunnelprojekt am Bahnübergang Hagenstraße müsse gestoppt werden: "Dieses Projekt kostet uns 8 Millionen Euro. Das müssen wir nicht ausgeben. Wenn die Umgehung da ist, wird die Entlastung so groß sein, dass wir unser Versprechen halten können, nur einen Übergang offenzuhalten. Die bisherigen Planungskosten von 1,8 Millionen Euro müssen wir in den Skat drücken. Denn was können wir mit dem übrigen Geld nicht alles tun?" Auch die Sanierung der Innenstadt und das Mandat der Landesentwicklungsgesellschaft Saleg will Neuzerling beenden. "Wir haben ein starkes Bauamt. Vieles hätte man in Eigenarbeit machen können." Um die Wünsche der Einwohner einzubinden und für Transparenz zu sorgen, will Neuzerling vor allem auf Bürgerentscheide setzen.