Ihren ersten, wenn auch noch symbolischen Schritt auf dem Weg zum Erwachsenen absolvierten am Sonnabend Jugendliche aus drei Schulen im Kulturhaus Erxleben.

Erxleben l Feierlich taten 35 Mädchen und Jungen aus drei Schulen am Sonnabend ihren ersten, den symbolischen Schritt ins Erwachsensein. Zu ihrer Jugendweihe hatten sich Eltern, Geschwister, Großeltern, Verwandte und Freunde im Erxleber Kulturhaus versammelt. Mit dabei waren Schüler der Ganztagsschule "Albert Niemann" aus Erxleben, des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Weferlingen und der Realschule Helmstedt.

Cornelia Jeremias und ihrem Team von der Interessenvereinigung Jugendweihe Sachsen-Anhalt war es gelungen, einen ansprechenden Mix aus Musik, Rezitation, Festansprache und Aufnahmeritual zusammenzustellen.

Die Begrüßung und Rezitation hatten Lea und Raja übernommen. "Nimm dir Zeit" rieten die beiden jungen Mädchen abwechselnd den Jugendweiheteilnehmern, die in ihren schicken Kleidern und Anzügen aus dem großen Kreis der Besucher hervorstachen. Das "Lied der Jugendweihe" war von Franziska Müller, Burkhard Schmidt und Daniel Kubon zu hören.

In seiner Festansprache richtete Landtagsabgeordneter Guido Henke (Die Linke) seine Worte abwechselnd an die Jugendweihelinge, die Eltern und die Großeltern. "14 Jahre ward ihr beschützt, aus klein und handlich wurde groß, klüger, selbständiger und selbstbewusster", sagte der Redner an die Jugend gewandt.

Auf eigenen Beinen zu stehen ist angesagt

Jetzt sei es an der Zeit, sich auf eigene Beine zu stellen, immer in der Gewissheit, dass man noch stolpern kann und dann von den Eltern aufgefangen werde. "Liebe und Fürsorge bleiben erhalten. Doch die Eltern müssten nun auch langsam lernen, loszulassen."

Ohne die modernen Medien zu verteufeln, riet Guido Henke zu einem bewussten und sparsamen Umgang damit. Allerdings mahnte er: "Auch im digitalen Zeitalter hat der Tag nur 24 Stunden, und die virtuelle Spielerei kostet Zeit." Zum Beispiel dürfe eine direkte Unterhaltung mit "Körperkontakt" nicht auf der Strecke bleiben, und zum Erwachsenwerden gehöre auch das Zuhören. "Fragt eure Eltern nach ihren Träumen, Sorgen, Problemen. Das schafft Vertrauen. Gespräche mit den Eltern als die Älteren bringen euch Erfahrungen nahe", sagte Guido Henke.

Viele gute Tipps, Ratschläge, vor allem aber Wünsche für die Zukunft gab der Festredner den jungen Leuten mit auf den Weg durch den neuen Lebensabschnitt.

Ausdauer, Erfolg, Lust auf das Leben, Glück in der Liebe gab er den jungen Erwachsenen mit auf den Weg, und den Erwachsenen wünschte er die Kunst, langsam loslassen zu können. Mit den Worten "betrinkt euch heute nicht, macht etwas aus dem schönen Tag und aus eurem Leben" war es an den Jugendweiheteilnehmern, mit dem Betreten der Bühne den ersten Schritt ins Erwachsenenleben ohne Stolpern zu gehen.

   

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