Die historische Landschaft des Flechtinger Schloss- und Kurparks regt Kurt Buchmann immer wieder zu neuen Ideen an. Welche das sind, davon berichtete er im Rahmen seiner diesjährigen Parkführung.

Flechtingen l Mit einer Gruppe von rund 20 Teilnehmern ist der Flechtinger Kurt Buchmann zu seiner diesjährigen Parkführung aufgebrochen. Meist handelte es sich dabei um auswärtige Gäste des Kurortes.

Bevor der Schlosspark betreten wurde, ging es vom Parkplatz am Sportplatzweg aus zunächst quer über die als Biotop bekannte Wiese zu seinem "Schätzchen". Die alte Eiche trägt schon lange keine Blätter und Früchte mehr, doch sie steht unerschütterlich mitten in der Landschaft und trotzt "hoffentlich noch lange" der Witterung und den Jahreszeiten. Kurt Buchmann hat ihm eine Kletterrose verpasst, die eigentlich zwölf Meter hoch werden soll. Etwa ein Drittel hat sie erreicht, eine natürlichere Rankhilfe kann es kaum geben.

Den Blick von dort aus in Richtung Median-Kliniken geschwenkt, und schon ist Flechtingens Streuobstwiese im Blick. "Wir hatten das Glück, als Ausgleichsmaßnahme für den neuen Funkturm hinter uns 53 hochstämmige Obstbäume für die Streuobstwiese zu bekommen", erzählte der Flechtinger seinen Zuhörern. Alte Apfelsorten wie Grafensteiner, Holsteiner oder Cox orange haben die Wiese nun gefüllt und wachsen dort hoffentlich ungestört vor sich hin. "Nicht jede alte Sorte ist auch gut", sagte Kurt Buchmann. Nicht umsonst seien viele Sorten aus den Gärten verschwunden oder wurden veredelt. Doch es ginge auch um den Erhalt eines historischen Kulturguts.

Seit er 2008 die Verantwortung für die Grüngestaltung im Schlosspark übernommen hat, verändert sich das Gesicht der Anlage jährlich. Kurt Buchmann berichtete von Wildtulpenzwiebeln, die aktuell neu gesteckt worden sind und schon erste zarte Triebe entfaltet hätten. Frühblüher stecken an allen Ecken und Enden ihre Köpfe noch aus der Erde oder sind schon wieder verschwunden, um Platz für die nächsten Blüher zu machen.

Vieles, was sich im Park ausgebreitet hat, trage allerdings die Handschrift der Natur. "Vogelschiss" lasse hier und da schon mal neue Bäume und Sträucher sprießen, meinte der Flechtinger Fachmann schmunzelnd.

Er zeigt auf ein Vogelhäuschen, dessen nahezu kreisrunder Eingang offensichtlich "bearbeitet" worden ist. "Was meinen Sie, wer das war", fragte er in die Menge. Doch keiner der Vögel, die genannt wurden, sei dafür verantwortlich. Vielmehr gebe es im Park ein sehr gewitztes Eichhörnchen, das seine Spuren hinterlassen habe. Es räubert gern die Eier aus Nestern.

Auslichtungsmaßnahmen für dicht stehende Bäume, aber auch Ersatzpflanzungen erfolgen ganz im Sinne der einstigen Parkgestalter nach dem preußischen Gartengestalter Peter Joseph Lenné, später auch nach dem Gartenkünstler Hermann von Pückler. Trotzdem trägt der Schloss- und Kurpark natürlich die Handschrift der Moderne.

"Wir haben den Park immer gepflegt", sagte Kurt Buchmann. Doch jahrelanges Laubharken hatte auch das Erdreich abgetragen. Mit Humus und Kompost wurde es teilweise wieder aufgebracht. Falscher Jasmin sei immer Bestandteil des Parks gewesen und nun auch wieder eingebracht worden, erläuterte Kurt Buchmann zu den umfangreichen Aktivitäten im Park, der Flechtingern, Patienten der Median-Kliniken sowie Besuchern als Erholungs- und Spazierstätte dient.

Neben den Maßnahmen für die Natur berichtete Kurt Buchmann auch über die wechselvolle Geschichte des Parks und des anliegenden Sees. So berichtete er beispielsweise vom Taufstein, der einstmals im Park gestanden hatte. Nach seiner Restaurierung jedoch hätte er nicht mehr an seinen alten Standort zurückgedurft, denn er sei zu wertvoll, um im Freien zu stehen, hätten Fachleute angeraten. Darum sei er gegenwärtig in der Wassermühle zu finden, erklärte Kurt Buchmann auf Anfrage eines Teilnehmers an der Parkführung.

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