Wie kann der Drömling touristisch noch attraktiver werden? Was gibt es für Vorstellungen, damit die Drömlingsbewohner auch wirtschaftlich profitieren können? Auf diese und andere Fragen haben die Mitwirkenden der Ideenkonferenz der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) "Rund um den Drömling" und "Stowarzyszenie Spoecznej Samopomocy - Lokalna Grupa Dziaania" Antworten gesucht.

Kämkerhorst/Oebisfelde l Mit Vogelgezwitscher und frisch aufgebrühtem Kaffee begrüßte Fred Braumann, Leiter der Naturparkverwaltung Drömling, die polnische Delegation aus der Oebisfelder Partnerstadt Lidzbark. Zu den weitgereisten Gästen gehörten Maciej Sitarek, Bürgermeister der Stadt Lidzbark, Grzegorz Piotr Drozdowski, Repräsentant des Marschalamtes und Krzysztof Glowczynski, Direktor des Welski-Parks. Der Besuch des Informationshauses in Kämkerhorst gehörte zu einem mehrtägigen Programm der polnischen Gäste, bei dem auch der Beobachtungsturm am Stauberg zwischen Wassensdorf und Breitenrode eingeweiht wurde.

"Wir wollen über Ideen der gemeinsamen Zusammenarbeit reden", erklärte Braumann. Wolfram Westhus, als Vertreter des Leadernetzwerkes des Landes Sachsen-Anhalt, sprach über die Strategie der LAG "Rund um den Drömling" und übergab den polnischen Gästen das Werk als gebundenes Heft. "Als Ziel haben wir nun die allgemeine Zusammenarbeit mit der polnischen Aktionsgruppe mit in unsere Strategie aufgenommen. Jetzt gilt es, konkrete gemeinsame Projekte zu entwerfen", blickte Braumann voraus.

Eine Idee kam auch von Mathias Willenbockel vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Willenbockel schlug vor, in Sachsen-Anhalt und am besten im Drömling eine gemeinsame Begegnungsstätte mit einer Ausstellung für beide Naturparke, die schon seit 1998 zusammenarbeiten, einzurichten. Seit 15 Jahren gibt es bereits die Städtepartnerschaft zwischen Lidzbark und Oebisfelde.

"Wir haben vor kurzem den Partnerschaftsvertrag verlängert. Ziel ist es, dieses Bündnis immer wieder mit Leben zu erfüllen. Dafür haben wir viele kleine Bausteine. Auch der Baum, den wir erhalten haben, wächst", sagte Silke Wolf, LAG-Vorsitzende und Bürgermeisterin der Stadt Oebisfelde-Weferlingen. Als nächstes geplant ist - nach den Ausführungen der Bürgermeisterin - im Oebisfelder Mehrgenerationenhaus eine Ausstellung über die Freundschaft mit Lidzbark zu präsentieren. Auch die Musiker eines Feuerwehrmusikzuges stehen in den Startlöchern, um mit einem großen Bus nach Lidzbark zu fahren und dort die Freunde zu besuchen.

"Ich hoffe, dass sich im 15. Jahr der Partnerschaft die Zusammenarbeit auch mit neuer Besetzung beider Rathäuser weiter entwickeln wird", sagte Sitarek, der nicht nur eine Zukunft für das Zusammenwirken der Städte und Naturparke sieht, sondern auch für Vereine und Gruppen beider Städte. Seine Idee ist es, mit Hilfe von EU-Fördermitteln Stützpunkte zu schaffen, die die Freundschaft dokumentieren und stärken sollen.

Enge Kontakte pflegen auch die jungen Naturschützer beider Parke. "Seit 2003 gibt es den Jugendaustausch, der jährlich wechselt. Unsere Juniorranger sind begeistert und nehmen meist mit polnischen Kindern aus Rybno an einem Umweltwettbewerb teil. In diesem Jahr sind wir wieder vom 26. Juli bis 1. August die Gastgeber. Wir freuen uns schon darauf", erklärte Sabine Wieter, Mitarbeiterin im Drömlingspark. Eine Gruppe von Oebisfeldern möchte im September - anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Partnerschaft - nach Lidzbark reisen.

Nach der Ideenkonferenz zeigte Westhus den Besuchern gelungene Beispiele von touristischen Maßnahmen aus der Leader-Förderperiode 2007-2013. Die Besucher besichtigten unter anderem das Gästehaus "Das Rothe Haus" in Piplockenburg.